Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Torwart-Legende Oliver Kahn haben inmitten der Diskussionen um die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann eine Debatte um Tugenden und Verantwortung der Fußballer entfacht. Man habe schon vor Jahren den Fehler gemacht zu sagen, jetzt müsse man versuchen, nur noch fußballerische Lösungen zu finden, sagte ARD-Experte Schweinsteiger.
„Und wir haben unsere eigenen Stärken - wahrscheinlich wollen das ein paar Leute nicht hören - unsere Tugenden, für die wir respektiert worden sind im Ausland, aufgegeben oder haben wir vernachlässigt“, monierte der 41-Jährige. „Was wir verloren haben, ist Robustheit, Identität, Kampf“, zählte der frühere Bayern-Star auf.
Das habe man gegen Ecuador, Paraguay und die Elfenbeinküste gemerkt. „Andere Mannschaften haben das. Alle meine Ex-Kollegen sagen zu mir, ihr habt die DNA verloren und Fußball spielen könnt ihr auch nicht mehr so gut. Deswegen seid ihr ausgeschieden“, sagte Schweinsteiger und folgerte: „Da haben wir in der Vergangenheit große Fehler gemacht. Wenn du dreimal ausscheidest so früh bei einer Weltmeisterschaft, ist das kein Zufall mehr.“
Kahn: Ursache liegt tiefer
Ähnlich äußerte sich auch Oliver Kahn. Nach seiner Meinung führe die Debatte über den nächsten Bundestrainer am Kern vorbei, schrieb der frühere Welttorhüter bei LinkedIn. „Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert: Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann. Drei unterschiedliche Spielideen. Drei unterschiedliche Führungsstile. Derselbe Ausgang: Bei der WM 2018 und 2022 in der Gruppenphase, jetzt im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheitern, liegt die Ursache tiefer“, erklärte der 57-Jährige.