Letztes Update:
20260422110453

Ressourcenproduktivität mitdenken

10:48
22.04.2026
#Wettbewerbsfähigkeit Martin Porter betont, wie aktuell und folgenreich die Debatte um Wettbewerbsfähigkeit ist: Erst gestern habe das Europäische Parlament dafür eine Arbeitsdefinition vorgeschlagen. Der Vorstandsvorsitzende des Cambridge Institute for Sustainability Leadership in Brüssel kritisiert, dass der Begriff in der EU oft zu eng auf Produktivität verengt werde. So gerieten andere wirtschaftspolitische Ziele aus dem Blick, etwa Sicherheit, Resilienz und Nachhaltigkeit. Porter plädiert deshalb dafür, neben Arbeitsproduktivität auch Ressourcenproduktivität mitzudenken. Anknüpfend an die Idee der „competitive sustainability“ fordert er ein breiteres Verständnis von Wettbewerbsfähigkeit. -fw

Felix Winnands

Produktivität ist ein politischer Begriff

10:45
22.04.2026
#Wettbewerbsfähigkeit Nadia Garbellini widerspricht der Vorstellung, Produktivität sei ein neutraler Maßstab. Die Professorin für Politische Ökonomie an der Universität Modena und Reggio Emilia nennt den Begriff politisch aufgeladen – und warnt davor, politische Ziele zu stark daran auszurichten. Gerade für die grüne Transformation sei das problematisch, weil viele gesellschaftlich sinnvolle Innovationen so unsichtbar blieben. Europas Schwächen sieht sie vor allem im eigenen Wachstumsmodell: Statt auf externe Wettbewerbsfähigkeit zu fixieren, müsse die EU die Binnennachfrage stärken und Produktionsketten wieder stärker selbst kontrollieren. Im Draghi-Bericht erkennt Garbellini deshalb vor allem bekannte wirtschaftspolitische Rezepte in neuer Verpackung. -fw

Felix Winnands

Ausbau erneuerbarer Energien muss schnell gehen

10:43
22.04.2026
#Klimapolitik Sonja Thielges stellt das Fazit einer Studie vor: Politische Akteure in Deutschland und der EU könnten die Transformation grundsätzlich gut unterstützen, da die strukturellen Voraussetzungen vergleichsweise günstig seien. Gleichzeitig sei nicht davon auszugehen, dass sich die transatlantischen Beziehungen kurzfristig deutlich vertiefen werden. Eine resiliente, klimaneutrale Wirtschaft sei dabei ein zentrales politisches und wirtschaftliches Kapital der EU. Als zentrale Empfehlungen nennt sie den Ausbau erneuerbarer Energien und Stromnetze, eine Stärkung des Emissionshandels, die Diversifizierung von Handels- und Energiepartnern sowie mehr soziale Gerechtigkeit. -jk

Jonas Klimm