Im Gespräch mit der Journalistin Maria Tadeo weist Gabriel Zucman den Eindruck zurück, sein Vorschlag sei nur eine alte Forderung in neuem Gewand. Es gehe gerade nicht symbolische Reichenkritik, sondern um einen Ansatz, der aus Forschung und aus der Analyse historischer wie internationaler Erfahrungen hervorgegangen sei. Entscheidend sei dabei die praktische Frage, wie sich verhindern lässt, dass Superreiche ihr Vermögen kleinrechnen oder sich der Besteuerung durch Ausweichstrategien entziehen. Genau darin liege das Neue seines Vorschlags: Er wolle aus früheren Erfolgen und Fehlern lernen und daraus konkrete, umsetzbare Antworten entwickeln. „Wenn man gegen eine Mindeststeuer ist, dann akzeptiert man letztlich, dass Ultrareiche gar keine Steuern zahlen.“ Für Zucman ist das deshalb keine radikale Position, sondern vor allem eine Bekräftigung eines einfachen demokratischen Grundsatzes: Gleichheit vor dem Gesetz. -fw
Felix Winnands