Letztes Update:
20260417173843

Gleichheit vor dem Gesetz

15:37
17.04.2026
Im Gespräch mit der Journalistin Maria Tadeo weist Gabriel Zucman den Eindruck zurück, sein Vorschlag sei nur eine alte Forderung in neuem Gewand. Es gehe gerade nicht symbolische Reichenkritik, sondern um einen Ansatz, der aus Forschung und aus der Analyse historischer wie internationaler Erfahrungen hervorgegangen sei. Entscheidend sei dabei die praktische Frage, wie sich verhindern lässt, dass Superreiche ihr Vermögen kleinrechnen oder sich der Besteuerung durch Ausweichstrategien entziehen. Genau darin liege das Neue seines Vorschlags: Er wolle aus früheren Erfolgen und Fehlern lernen und daraus konkrete, umsetzbare Antworten entwickeln. „Wenn man gegen eine Mindeststeuer ist, dann akzeptiert man letztlich, dass Ultrareiche gar keine Steuern zahlen.“ Für Zucman ist das deshalb keine radikale Position, sondern vor allem eine Bekräftigung eines einfachen demokratischen Grundsatzes: Gleichheit vor dem Gesetz. -fw

Felix Winnands

Gabriel Zucman, Paris School of Economics Eine der größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit ist die ungleiche Besteuerung. Die Mittelschicht zahlt im Verhältnis mehr Steuern als Milliardäre.  -nk 15:28
17.04.2026

Europas Fehler nicht wiederholen

15:35
17.04.2026
Gabriel Zucman erinnert daran, dass Europa bereits viel Erfahrung mit Vermögenssteuern hat – allerdings mit eher schlechten Ergebnissen. Das Problem sei nicht die Idee selbst gewesen, sondern ihre Konstruktion: Gerade große Unternehmensbeteiligungen seien oft ausgenommen worden, also genau jene Vermögensformen, in denen Milliardär:innen ihr Geld halten. Aus diesen Fehlern müsse man lernen, statt die Vermögensbesteuerung insgesamt abzuschreiben. Zucmans Vorschlag ist deshalb klar: Niemand dürfe ausgenommen werden, extreme Vermögen müssten mit einer unvermeidbaren Pflicht gegenüber dem Gemeinwesen verbunden sein. Genau das solle eine Mindeststeuer von zwei Prozent auf sehr große Vermögen leisten. -fw

Felix Winnands