Letztes Update:
20260418063729
Gabriel Zucman, Paris School of Economics  Das Steuersystem sollte eigentlich die Macht von Superreichen regulieren und die Demokratie schützen. Doch stand heute versagt es.  -nk 15:27
17.04.2026

Lösungsvorschläge und anderes Steuersystem

15:29
17.04.2026
Bis zu einem gewissen Vermögen steigen die Steuern an, doch ab einem Punkt sinken sie sogar wieder, sagt Zucman. Das sei eine große Ungerechtigkeit. Superreiche fänden leicht Wege, Steuern zu umgehen, das Problem sei strukturell, nicht nur personengebunden. In der EU sei die Lage teils noch schlimmer als in den USA. Seine zentrale Forderung: eine verbindliche Mindestverantwortung für Extremvermögen. Eine Mindeststeuer von rund 2 Prozent des Vermögens für sehr hohe Vermögen würde laut Zucman schon verhindern, dass Superreiche im Verhältnis weniger Steuern als Menschen aus der Mittelschicht zahlen. -nk

Niclas Kreft

Vermögen weltweit konzentriert auf wenige Superreiche

15:20
17.04.2026
Gabriel Zucman, Paris School of Economics, beginnt seine Keynote mit einer drastischen Diagnose: In den letzten zehn Jahren ist das Vermögen von Milliardär:innen explosionsartig gewachsen. Heute besitzt das oberste 0,00001 Prozent der Milliardär:innen bis zu 17 Prozent des weltweiten BIP. Diese extreme Konzentration ermögliche es Vermögenden, Medien zu kaufen, Märkte zu beeinflussen und politischen Einfluss zu nehmen – das sei eine klare Bedrohung für die Demokratie. Zucman zeigt Grafiken, die belegen, dass das Steuersystem oft regressiv wirkt: Mittelschichten trügen relativ höhere Belastungen, während Milliardär:innen die niedrigsten effektiven Steuersätze hätten. Er fordert strukturelle Reformen, nicht nur die Kritik an einzelnen Persönlichkeiten. -nk

Niclas Kreft

Fandrych: “Arbeit wird stärker besteuert als Vermögen”

15:08
17.04.2026
Sabine Fandrych zeichnet in ihren einleitenden Worten ein düsteres Bild wachsender Ungleichheit. Noch nie in der Geschichte habe es so viele Milliardär:innen und so große Vermögen gegeben, während Menschen an der Spitze der Vermögensverteilung oft weniger Steuern zahlten als eine durchschnittliche Krankenschwester oder ein Verkäufer. Gleichzeitig schrumpfe die soziale Mobilität. Für Fandrych hängen diese Entwicklungen eng zusammen: Große Vermögen seien drastisch gewachsen, während die Besteuerung von Reichtum in vielen Ländern zurückgegangen oder ganz abgeschafft worden sei. Das Ergebnis sei ein Steuersystem, das Arbeit stärker belaste als Vermögen – mit gefährlichen Folgen für Gerechtigkeit und Demokratie. -fw

Felix Winnands