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AfD streckt die Hand aus

12:14
09.03.2026
Die AfD in Baden-Württemberg hat die CDU zur Bildung einer konservativen Koalition aufgefordert - sie will sich aber auch in der Opposition konstruktiv verhalten. Die CDU müsse sich überlegen, ob sie die „alberne Brandmauer“ aufrechterhalten wolle und sich zum Steigbügelhalter der Grünen mache, sagte Landeschef Markus Frohnmaier in Stuttgart.

Die Südwest-AfD ist im Landtag nach der Wahl so stark aufgestellt wie nie. Die Partei konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl 2021 verdoppeln - und nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis stehen ihr 35 Sitze im Parlament zu. Frohnmaier sprach vom besten Ergebnis in Westdeutschland seit Gründung der Partei. Dennoch besteht keine Regierungsoption für die Rechtspopulisten - die Südwest-CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus.

Man rede mit allen, sagte Frohnmaier. Er habe sich überlegt, ob er CDU-Chef Manuel Hagel „zwei Espressotässchen“ schicke, scherzte der 35-Jährige. Hagel hatte einst gesagt, dass er mit AfD-Politikern nicht mal einen Espresso trinken würde.

Die AfD kündigte an, auch als stärkste Oppositionskraft ihre Rechte wahrnehmen zu wollen. „Natürlich werden wir unsere Punkte konsequent einfordern“, sagte Co-Parteichef Emil Sänze. „Wir haben als Oppositionspartei den Anspruch, wesentliche Ausschüsse - vom Finanzausschuss angefangen - auch zu führen.“ Auch der Zugang zum Amt des Vizepräsidenten des Landtags müsse der AfD ermöglicht werden.

AfD sieht inhaltliche Schnittmengen
Man wolle auch die Regierungsarbeit konstruktiv begleiten, sagte Sänze. Die AfD werde für Anträge der Regierung stimmen, sofern sie Sinn machten. Er verwies auch auf inhaltliche Schnittmengen zu CDU und Grünen. Frohnmaier verwies darauf, dass beide Parteien im Wahlkampf versprochen hätten, Bürokratie zu reduzieren.

Auch zu einer Zusammenarbeit mit der SPD, der künftig wohl einzigen weiteren Oppositionspartei, sei man in der AfD bereit. „Wenn die SPD Interesse hat, von Oppositionsrechten Gebrauch zu machen, stehen wir dem gegenüber offen -das waren wir immer“, sagte Sänze. Für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses etwa braucht es ein Viertel der Abgeordneten oder eben zwei Fraktionen.

Frohnmaier für Rothweiler als Fraktionschef
Landeschef Frohnmaier kritisierte, dass SPD-Fraktions- und Landeschef Andreas Stoch in der Vergangenheit nicht mal zu einem Handschlag mit ihm bei Veranstaltungen in der Lage gewesen sei. Er hoffe, dass die neue SPD darüber nachdenken werde, inwieweit Parteien normal miteinander umgehen sollten - auch wenn es die Wahrnehmung der Rechte der Opposition gehe.

Frohnmaier kündigte an, dass sich zunächst die Fraktion aufstellen werde. Er warb erneut für Martin Rothweiler, Platz zwei der Landesliste, aus Villingen-Schwenningen, für den Posten des Fraktionschefs. Er habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass er sich gut vorstellen könnte, dass Rothweiler so eine Aufgabe übernehme. Aber das entscheide die neu gewählte Landtagsfraktion, betonte Frohnmaier. 

red/dpa

So haben junge Leute im Südwesten gewählt

11:20
09.03.2026
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die jungen Wähler vor allem auf die Grünen gesetzt. Mit deutlichem Abstand folgten bei den 16- bis 24-Jährigen die AfD und die CDU. So kamen die Grünen laut Infratest dimap auf 28 Prozent der Stimmen bei den Jungwählern, AfD und CDU auf jeweils 16 Prozent, wie die ARD berichtete. Bei der Forschungsgruppe Wahlen lagen die Grünen bei 27 Prozent, die AfD bei 18 Prozent und die CDU bei 17 Prozent, wie das ZDF berichtete.

Laut Infratest dimap lag die Linke bei 14 Prozent bei den Jungwählern, SPD und FDP kamen auf etwa 6 Prozent. Bei der Forschungsgruppe Wahlen lag die Linke bei 13 Prozent, die SPD bei 7 Prozent und die FDP bei 6 Prozent.

Fast jeder dritte Jungwähler stimmt für rechts oder links
So hat bei den Jungwählern insgesamt fast jeder Dritte für die AfD oder die Linke gestimmt. Deutlich weniger junge Menschen haben damit die CDU gewählt als der Durchschnittswähler - und deutlich mehr die Linke. Nach dem neuen Wahlrecht durften erstmals auch 16- und 17-Jährige abstimmen.

Die Grünen und die AfD schnitten in der jungen Wählergruppe etwas schlechter ab als bei der gesamten Wählerschaft. Nach dem vorläufigen Endergebnis kommen die Grünen insgesamt auf 30,2 Prozent, die CDU liegt mit 29,7 Prozent knapp dahinter. Die AfD erhält 18,8 Prozent. Mit großem Abstand folgt die SPD mit 5,5 Prozent. Die FDP kommt auf 4,4 Prozent, die Linke ebenfalls auf 4,4 Prozent.

AfD verdreifachte ihr Ergebnis bei jungen Wählern seit 2021
Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 legten die AfD und die Linke bei den jungen Wählern allerdings massiv zu: Damals wählten laut Infratest dimap nur 6 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die AfD - die in der Wählergruppe ihr Ergebnis nun fast verdreifachte. Die Linke lag damals bei deutlich schwächeren 8 Prozent, während die FDP noch mit 15 Prozent glänzte. Für die Grünen stimmten laut Infratest dimap noch 31 Prozent, 16 Prozent für die CDU. Die SPD schaffte es bei den Jungwählern noch auf 9 Prozent.

red/dpa

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