Der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas bekräftigte bei einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius in Vilnius den Wunsch, Deutschland möge eine Kampftruppenbrigade - etwa 5000 Männer und Frauen - permanent in seinem Land stationieren. Er sehe Russland bereit für eine lange Konfrontation. "Litauen strebt nach einer dauerhaften Präsenz der deutschen Brigade in Litauen, weil die Nato-Verteidigungslinie hier anfängt", sagte er. Sein Land setze bereits einen Plan für den Bau der Infrastruktur um, den er Pistorius vorgestellt habe. Im Juli ist in Vilnius das Nato-Gipfeltreffen angesetzt.
Bei seinem ersten Besuch in dem Land äußerte sich der SPD-Politiker allerdings skeptisch zu den Aussichten, dort dauerhaft eine deutsche Kampfbrigade zu stationieren. "Die Idee ist, dass einzelne Truppenteile, möglicherweise auch die gesamte Brigade, immer wieder nach Litauen verlegt werden, um hier zu üben. Das ist der Plan", so Pistorius.