Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine prangert Lettlands Staatspräsident Egils Levits das Vorgehen der russischen Truppen dort an. Nach allem, was er mit eigenen Augen gesehen habe, seien aus seiner Sicht alle Anzeichen von Völkermord gegeben. "Ich würde es Völkermord nennen", so Levits in Riga. Rechtlich könne das von einem der internationalen Gerichte festgestellt werden, sagt der frühere Richter am Europäischen Gerichtshof.
Levits war in dieser Woche zusammen mit seinen Amtskollegen aus Polen, Estland und Lettland per Zug in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist. Der Anblick der von Luftangriffen und Raketen zerstörten Orte sei "sehr emotional" und nur schwer zu ertragen gewesen, so Levits. "Dort war zu sehen, dass russische Truppen mit besonderer Grausamkeit vorgingen, um so viele Zivilisten wie möglich zu töten."