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20220407020548
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13:15
06.04.2022
Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisiert den Kurs der Bundesregierung mit Blick auf russische Gasimporte. "Falls es überhaupt sinnvoll ist, Gasimporte aus Russland einzustellen, dann sofort", schreibt Fuest in einem Aufsatz des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. "Ob wir 2024 diese Importe beenden wollen, wie die Bundesregierung jetzt plant, erscheint heute sehr zweifelhaft."
Denn nach dem Ende des Ukraine-Krieges sei es klüger, wieder Gas aus Russland zu importieren - sowohl wegen der Kosten der Energieversorgung als auch strategisch, schreibt Fuest. Wenn die EU andere Bezugsquellen aufbaue, um Gasimporte aus Russland notfalls schnell und zu tragbaren Kosten unterbrechen zu können, würde aus der heutigen beidseitigen Abhängigkeit "eine Abhängigkeit Russlands von der EU". Mit einem dauerhaften Ende der Gasimporte entfiele dagegen die Möglichkeit, auf Russland Druck auszuüben.

12:59
06.04.2022
Die Bundesregierung hält sich bei der Frage nach einem möglichen EU-Embargo für russische Kohleimporte bedeckt. Regierungssprecher Steffen Hebestreit verwies in Berlin auf dazu laufende Gespräche in Brüssel. Die EU-Kommission hatte als Teil neuer Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges gegen die Ukraine unter anderem einen Importstopp für russische Kohle vorgeschlagen. Entscheiden müssen darüber aber die EU-Staaten. Die Frage ist auch, ab wann ein solcher Stopp gelten würde.
"Klar ist, dass wir Sanktionen wollen, die nachhaltig sind, die durchhaltbar sind und die niemanden überfordern", merkte Hebestreit an. "Es bringt niemandem etwas, dass man stärker selbst geschwächt wird als das Land, das man schwächen möchte." Wirtschaftsminister Robert Habeck argumentiert, ein komplettes Energieembargo gegen Russland sei für Deutschland kaum durchzuhalten.

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