In dem EU-Staat Lettland haben die Behörden mit einem Traktor Blumen an einem Denkmal zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg entfernt und damit Proteste der russischen Minderheit ausgelöst. Die Polizei sperrte den Zugang zu dem Monument. Damit sollen Gefahren für die öffentliche Sicherheit und mögliche Provokationen verhindert werden, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Grund für den Schritt war eine unerlaubte Versammlung von Angehörigen der starken russischen Minderheit in dem baltischen EU-Land. Die Aufnahmen von dem Traktor, der die frischen Blumen auf dem Müll entsorgte, löste auch in russischen Medien Entsetzen aus.
Zum „Tag des Sieges“, dem russischen Gedenktag zum Sieg der Sowjetunion über Nazideutschland, hatten am Montag unter strengen Sicherheitsbedingungen Tausende Menschen an dem Denkmal Blumen niedergelegt. Am Dienstagmorgen fuhr der Traktor vor, um die Blumen zu beseitigen. Hunderte Menschen legten danach am Abend erneut Blumen nieder. Einige davon brachten dabei nach Polizeiangaben auch ihre Unterstützung für Russland und die Sowjetarmee zum Ausdruck.
In Lettland besteht die Bevölkerung zu rund einem Viertel aus ethnischen Russen, die häufig auch familiäre Bindungen nach Russland haben. Unter ihnen gibt es Umfragen zufolge teils Unterstützung für den Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt.