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Minsk schickt schnelle Eingreiftruppe in unangekündigtes Manöver

21:11
04.05.2022
Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs prüft Belarus in einem unangekündigten Militärmanöver seine schnelle Eingreiftruppe. Während der Inspektion müssen „die Truppenteile und Einheiten Aspekte der Gefechtsbereitschaft, des Marschs in die befohlenen Einsatzgebiete und der Durchführung von Gefechtsaufgaben einüben“, teilte das belarussische Verteidigungsministerium am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit.

Das Manöver dient der Beschreibung nach der Abwehr von Boden- und Luftangriffen. Die Anzahl der beteiligten Truppenteile würden schrittweise vergrößert. Ziel der Inspektion sei es, zu überprüfen, wie schnell die Eingreiftruppe auf plötzliche Krisensituationen reagieren könne. Die Militärübung „birgt keine Gefahr, weder für die europäische Gesellschaft im Ganzen noch für die Nachbarländer im Besonderen“, betonte die belarussische Führung.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar, der teilweise auch von belarussischem Gebiet aus erfolgte, sind die Beziehungen zwischen Minsk und Kiew gespannt. Die USA und die EU haben wegen des Kriegs auch Sanktionen gegen Belarus verhängt. Machthaber Alexander Lukaschenko hat bislang aber stets dementiert, sich an der russischen Invasion mit eigenen Truppen beteiligen zu wollen.

dpa

Nach UEFA-Sanktionen: Russlands Verband denkt an Wechsel nach Asien

20:51
04.05.2022
Wegen der Sanktionen der Europäischen Fußball-Union UEFA gegen den russischen Verband wird in Moskau über einen Wechsel in die asiatische Konföderation diskutiert. „Ich denke, es ist die Zeit gekommen, ernsthaft über einen Wechsel in den asiatischen Fußballverband nachzudenken“, zitierte der staatliche Sportsender Match TV am Dienstag den Abgeordneten der Staatsduma, Dmitri Pirog. Der ehemalige Box-Weltmeister begründete die Initiative damit, dass unklar sei, wie lange Russland vom europäischen Fußball ausgeschlossen bleibe. Zuvor hatte Sky über die Prüfung eines Verbandswechsels berichtet.

Die UEFA hatte ihre wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine ausgesprochenen Sanktionen gegen den russischen Verband RFS am Montag noch einmal verschärft. Die Russen dürfen sich nicht um die Ausrichtung der Fußball-EM 2028 und 2032 bewerben, die Männer-Nationalmannschaft wird nicht an der kommenden Ausgabe der Nations League teilnehmen. Die Frauen-Nationalmannschaft wurde von der EM vom 6. bis 31. Juli in England ausgeschlossen.

Dem gut vernetzten russischen Sportjournalisten Nobel Arustamjan zufolge gibt es hinter den Kulissen des RFS seit Wochen solche Gedankenspiele. Prinzipiell stimmte auch der ehemalige Nationalspieler Wladimir Bystrow dem Ansinnen zu. Allerdings nur, wenn auf langfristige Sicht keine Einigung mit der UEFA möglich sei. „Wenn wir in den nächsten fünf Jahren nicht zu den UEFA-Turnieren zugelassen werden, dann müssen wir andere Entwicklungswege suchen und womöglich auf den asiatischen Fußballmarkt gehen“, sagte er Match TV.

Pirog, der in der Duma Vizechef des Sportausschusses ist, äußerte zudem, in Asien entwickle sich die Sportart: „Da arbeiten schon lange anerkannte europäische Trainer und spielen starke Legionäre.“

Der frühere RFS-Präsident Wjatscheslaw Koloskow kritisierte die Idee dagegen. „Persönlich bin ich strikt gegen einen solchen Wechsel, denn er bedeutet den endgültigen Tod des russischen Fußballs und auch in die europäische Familie kehren wir dann nie wieder zurück“, warnte er. Das sei ein Rückfall in die Zweitklassigkeit. „Mit wem sollen wir dann spielen?“

Michael Rabba