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Moskau bestätigt neue Gespräche mit Kiew über Verhandlungslösung

17:17
22.04.2022
Russland und die Ukraine haben nach Angaben aus Moskau telefonisch längere Verhandlungen geführt. Der russische Verhandlungsführer Wladimir Medinski bestätigte in seinem Telegram-Kanal, dass er am Freitag mehrere längere Telefonate mit dem ukrainischen Chefunterhändler David Arachamija geführt habe. Zum Inhalt machte er aber keine Angaben.

Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Ukraine dafür kritisiert, dass die Gespräche eingeschlafen seien. Moskau habe seit Tagen keine Antwort auf seine ausformulierten Vorschläge von Kiew erhalten, sagte Lawrow. Er bezweifelte, dass ukrainische Regierung an einer diplomatischen Lösung des Konflikts interessiert sei.

Nach dem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin am 24. Februar befohlenen Einmarsch in die Ukraine hatten sich die Konfliktparteien mehrfach zu Verhandlungen getroffen; zunächst in Belarus, später in der Türkei. Nach einem Treffen Ende März in Istanbul sprachen beide Verhandlungsdelegationen von einer Annäherung. Seither gab es aber keine weitere Bewegung.

Patrick Reichelt

Baerbock: Deutschland soll Nato im Baltikum unterstützen

16:20
22.04.2022
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat den baltischen Staaten eine stärkere deutsche Beteiligung an der Verteidigung der Nato-Ostflanke versprochen. Wenn das Bündnis entscheide, «dass die Präsenz der Nato auf Brigadenstärke erhöht werden soll, dann werden wir als Bundesrepublik Deutschland dafür einen substanziellen Beitrag leisten», kündigte sie am Freitag nach einem Treffen mit ihrem Amtskollegen Gabrielius Landsbergis in Litauens Hauptstadt Vilnius an. «Ich habe hier verstanden, dass das nötig ist. Und dann wird Deutschland dort vorangehen.»

Eine Brigade besteht üblicherweise aus mehreren Tausend Soldaten. Baerbock versicherte, Deutschland werde sich an einer verstärkten langfristigen Nato-Präsenz im Baltikum mit zusätzlichen Beiträgen beteiligen. 

Sophia Allenstein

IAEA-Team reist nächste Woche zum AKW Tschernobyl

15:15
22.04.2022
Ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wird nächste Woche in der ukrainische Atomanlage Tschernobyl technische Unterstützung leisten. IAEA-Chef Rafael Grossi und die Experten werden am Dienstag anreisen, wie die Organisation am Freitag in Wien ankündigte.

Im Zuge der Invasion in die Ukraine war die Sperrzone um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl von russischen Einheiten eingenommen worden. Nach fünf Wochen zogen die russischen Kräfte Ende März ab und übergaben die Kontrolle wieder an das ukrainische Personal. Nach dem Abzug gab es Berichte, dass sich russischen Soldaten in dem Gebiet Strahlenschäden zugezogen haben könnten. Die IAEA plant nächste Woche Strahlungsmessungen und andere Untersuchungen vor Ort. 

Sophia Allenstein