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Russische Justiz eröffnet Verfahren zu „Falschmeldungen“ aus Butscha

21:09
04.04.2022
Russlands Ermittlungskomitee hat ein Verfahren wegen der Verbreitung von angeblichen Falschmeldungen zu Morden an Zivilisten in der ukrainischen Kleinstadt Butscha eingeleitet. Russlands Chefermittler Alexander Bastrykin habe die Behörde angewiesen, die „Provokation vonseiten der Ukraine“ strafrechtlich zu bewerten, teilte das Ermittlungskomitee auf seinem Telegram-Kanal am Montag mit. Russland bestreitet, dass sein Militär Zivilisten in Butscha in der Nähe von Kiew getötet und die Leichen auf den Straßen hinterlassen habe.

Ermittelt wird nicht wegen des international verurteilten Verbrechens, sondern wegen der Veröffentlichung entsprechender Nachrichten. Eine Diffamierung der russischen Armee ist strafbar in dem Land. Anfang März hatte die russische Staatsduma ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, dass „Falschnachrichten“ über Handlungen des russischen Militärs im Ausland unter Strafe stellt.

Russlands Generalstaatsanwaltschaft warf der ukrainischen Seite „zynische Lügen“ vor, um das Ansehen der russischen Armee in einem „Propaganda-Krieg“ zu beschmutzen. Die Umstände der Verbreitung dieser „Falschinformationen“ würden aufgeklärt, hieß es.

Die Bilder aus der Vorortgemeinde der ukrainischen Hauptstadt, wo nach dem Abzug russischer Truppen zahlreiche Leichen von Bewohnern auf den Straßen gefunden worden waren, hatten weltweit Entsetzen ausgelöst. Die Ukraine macht für das Massaker russische Truppen verantwortlich, die die Stadt bis vor kurzem besetzt hatten. Nach russischen Angaben handelt es sich bei den Meldungen um „eine gezielte Diskreditierung“ der russischen Streitkräfte. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Sonntag von einer „Inszenierung“ gesprochen.

Moskau hat zudem wegen der Vorfälle die Einberufung einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats gefordert. Der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski kündigte an, dabei „die ukrainischen Provokateure und ihre Schutzpatrone im Westen zu entlarven“.

Michael Rabba

Frankreich weist russische Diplomaten aus

20:49
04.04.2022
Nach Deutschland weist auch Frankreich russische Diplomaten aus. Man habe am Montag entschieden, zahlreiche russische Mitarbeiter mit Diplomaten-Status des Landes zu verweisen, deren Aktivitäten den Sicherheitsinteressen Frankreichs zuwiderlaufen, teilte das Außenministerium mit. Die Verantwortung Frankreichs bestehe immer darin, die Sicherheit der Franzosen und Europäer zu gewährleisten.

Laut Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP sollen 35 Personen betroffen sein. Ebenfalls am Montag hat auch Deutschland 40 russische Diplomaten zu „unerwünschten Personen“ erklärt, die laut Innenministerin Nancy Faeser (SPD) russischen Nachrichtendiensten zugerechnet werden.

Michael Rabba