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20220411193203

Tote und Verletzte nach Angriffen in Mykolajiw

04:40
05.04.2022
Bei russischen Angriffen auf die südukrainische Stadt Mykolajiw sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Der Gouverneur des Gebietes, Witalij Kim, schrieb am Montagabend auf Telegram von elf getöteten und 62 verletzten Menschen.

Der Bürgermeister der Stadt, Oleksandr Sjenkewitsch, schrieb zuvor auf Telegram von zehn Getöteten und 46 Verletzten. Nach seinen Angaben wurden Wohnhäuser, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen sowie ein Waisenhaus beschossen. 120 Menschen hätten die Stadt am Montag mit Evakuierungsbussen verlassen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Im Osten der Ukraine in Awdijiwka starben am Montag nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets Donezk, Pawlo Kirilenko, zwei Menschen, wie die „Ukrajinska Prawda“ schreibt. Dort und in Georgiewka, Nowoselowka und Wosdvyschenka wurden demnach neun Menschen verletzt.

Jan-Felix Jasch

Kapitel

Montag, 4. April

USA: Russland konzentriert Offensive auf Ost- und Südukraine

21:50
04.04.2022
Die US-Regierung rechnet mit einem militärischen Umsteuern Russlands im Ukraine-Krieg und mit einer russischen Offensive vor allem im Osten und auch im Süden des Landes. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte am Montag in Washington, man gehe davon aus, dass Russland angesichts der bisherigen militärischen Misserfolge seine Ziele überarbeite. „Russland positioniert seine Streitkräfte neu, um seine Offensivoperationen auf die Ost- und Teile der Südukraine zu konzentrieren.“ Moskau könne dann jeden taktischen Erfolg bei der neuen Strategie nutzen, um ein Narrativ des Fortschritts zu propagieren und frühere militärische Misserfolge herunterzuspielen.

Russland bereite sich wahrscheinlich darauf vor, Dutzende zusätzlicher taktischer Bataillone mit Zehntausenden Soldaten an die Frontlinie im Osten der Ukraine zu verlegen, sagte Sullivan weiter. Nach US-Einschätzung dürfte Russland während dieser neuen Bodenoffensive in der Ostukraine wahrscheinlich weiterhin Luft- und Raketenangriffe auf den Rest des Landes fliegen, um militärischen und wirtschaftlichen Schaden anzurichten und Terror zu verbreiten - auch gegen Städte wie Kiew, Odessa oder Lemberg.

Bidens Nationaler Sicherheitsberater mahnte, diese nächste Phase des Krieges dürfte weniger in Wochen, sondern eher „in Monaten oder länger“ gemessen werden.

Michael Rabba

Althusmann für konsequentere Sanktionen gegen Russland

21:30
04.04.2022
Niedersachsens stellvertretender Ministerpräsident Bernd Althusmann hat die Kriegsgräuel in der ukrainischen Stadt Butscha verurteilt und sich für weiterführende Sanktionen gegen Russland etwa im Energiesektor ausgesprochen. Was in Butscha geschehen sei, sei Völkermord, sagte der CDU-Politiker am Montag dem Radiosender ffn in Hannover. „Das sind Kriegsverbrechen, die dort begangen werden. Und die deutsche Bundesregierung, die Europäische Gemeinschaft wird jetzt entscheiden müssen, wie wir damit umgehen.“ Angesichts der Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen befinde sich Deutschland jedoch in einem „moralischen Dilemma“.

Althusmann sagte, mit den Sanktionen, die „offensichtlich nicht ausreichend wirken“, fühle er sich „sehr unwohl“. „Ich wünschte mir härtere Sanktionen auch gegenüber den Banken. Ich wünsche mir ein noch schärferes Vorgehen, mehr Konsequenz noch in den Sanktionen gegenüber Russland, um ihn zum Einlenken zu bewegen, den russischen Präsidenten Putin, der diesen schrecklichen Krieg ausgelöst hat.“

Weitere Maßnahmen kämen laut dem niedersächsischen Wirtschaftsminister auch im Energiesektor in Betracht. Althusmann sagte, „(...), zumindest im Bereich Öl und Kohle sollten wir sehr konsequent sein und nochmal den Druck auf Putin erhöhen.“

Michael Rabba