Die Regierungschefs von Indien und Japan haben ein sofortiges Ende der Gewalt in der Ukraine gefordert. Es gebe „keine andere Wahl als den Weg von Dialog und Diplomatie zur Lösung des Konflikts“, hieß es in einem gemeinsamen schriftlichen Statement nach dem Besuch von Japans Ministerpräsident Fumio Kishida bei seinem indischen Kollegen Narendra Modi am Samstag in Neu Delhi. Die Regierungschefs versprachen zudem humanitäre Hilfe für das vom russischen Angriffskrieg getroffene Land.
Zuvor hatte Kishida an Modis Seite betont, dass gewaltsame Änderungen des Status Quo in keiner Region der Welt erlaubt sein sollten. Man sei sich einig, dass eine friedliche Lösung des Konflikts auf der Basis des Völkerrechts nötig sei. „Japan wird gemeinsam mit Indien weiter versuchen, den Krieg zu beenden und Ukraine und seine Nachbarstaaten zu unterstützen“, sagte Kishida.
Indien und Japan sind gemeinsam mit den USA und Australien Teil einer Vier-Länder-Gruppe, auch Quad genannt, die als Allianz gegen Chinas zunehmendes Selbstbewusstsein im Indopazifik gesehen wird. Indien, mit einer traditionell starken Beziehung zu Moskau, ist das einzige der vier Länder, das Russlands Invasion in die Ukraine nicht verurteilt hatte. Auch von der Abstimmung gegen Russland in den Vereinten Nationen hatte sich Indien enthalten.
Kishida kündigte außerdem an, dass Japan in den kommenden fünf Jahren umgerechnet rund 37 Milliarden Euro in Indien investieren wolle.