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Vernichtung von Russlands Armee? Warnung von Borrell erregt Aufsehen

18:11
14.10.2022
Würde die EU im Fall eines russischen Atomwaffen-Einsatzes gegen die Ukraine direkt in den Krieg eingreifen? Der Auswärtige Dienst der EU will eine aufsehenerregende Warnung an Russlands Präsidenten Wladimir Putin nicht konkretisieren. Eine Sprecherin wiederholte am Freitag lediglich allgemeine Äußerungen, nachdem der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell zuvor mit einer Vernichtung der russischen Armee gedroht hatte. Es stehe außer Frage, dass Europa und seine Verbündeten auf den Einsatz von Atomwaffen reagieren müssten, sagte sie. Ein Atomangriff hätte „schwerwiegende Folgen“.

Borrell hatte am Donnerstag in einer Rede zu russischen Drohungen mit einem Atomwaffeneinsatz gesagt: „Auf jeden nuklearen Angriff auf die Ukraine wird es eine Antwort geben - keine nukleare Antwort, aber eine so kraftvolle militärische Antwort, dass die russische Armee vernichtet wird.“ Russlands Präsident Putin sage, er bluffe nicht. Die USA, die Nato und die EU blufften aber auch nicht.

„Das ist ein ernster Moment in der Geschichte, und wir müssen unsere Einheit, unsere Stärke und unsere Entschlossenheit zeigen - vollständige Entschlossenheit“, ergänzte er in der Rede am Europakolleg in Brügge.

Neue Sorgen vor einem russischen Atomwaffeneinsatz hatte zuletzt die völkerrechtswidrige Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebieten geschürt. Unter anderem Putin drohte danach an, man werde sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.

dpa

Putin: Verfehlte Angriffsziele in Ukraine werden „nachgeholt“

16:58
14.10.2022
Nach den verheerenden Angriffen auf weite Teile der Ukraine zum Wochenbeginn hat Russlands Präsident Wladimir Putin weiteren Beschuss in Aussicht gestellt. Von insgesamt 29 ins Visier genommenen Objekten seien sieben „nicht so beschädigt worden, wie das vom Verteidigungsministerium geplant war“, sagte Putin am Freitag zum Abschluss eines Gipfels in der kasachischen Stadt Astana in Zentralasien. „Aber sie werden sie nachholen, die Objekte.“ Um welche Ziele es sich dabei konkret handele, sagte der Kremlchef nicht.

Zugleich betonte er, dass aktuell keine weiteren großflächigen Angriffe geplant seien: „Es braucht derzeit keine massiven Schläge mehr. Jetzt gibt es andere Aufgaben.“

Rund siebeneinhalb Monate nach Kriegsbeginn hatte Russland am Montag mehr als 80 Raketen auf die Ukraine abgefeuert - darunter auch auf die Hauptstadt Kiew. Rund 20 Menschen wurden getötet und mehr als 100 verletzt. Die Angriffe zielten offenbar vor allem auf die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes. In mehreren Regionen fiel zwischenzeitlich der Strom aus.

Auf die Frage, ob er mit Blick auf den in Moskau weiter nur als „militärische Spezial-Operation“ bezeichneten Krieg etwas bereue, sagte Putin nun: „Nein.“ Dann fügte er hinzu: „Ich möchte das klarstellen: Was heute passiert, ist, gelinde gesagt, unangenehm, aber wir hätten das Gleiche etwas später bekommen, nur zu schlechteren Bedingungen für uns. Wir handeln also richtig und rechtzeitig.“

Immer wieder rechtfertigt der Kremlchef seinen Angriffskrieg mit einer angeblichen Bedrohung von der durch den Westen unterstützten Ukraine für Russland. Internationale Beobachter halten das jedoch für einen reinen Vorwand.

dpa