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WHO Europa: Angriffen auf Ukraine muss „Eskalation der Hilfe“ folgen

15:54
14.10.2022
Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO sorgt sich wegen jüngster russischer Angriffe und des nahenden Winters um die Gesundheitsversorgung der Menschen in der Ukraine. Die Angriffe auf Kiew, Dnipro und andere Städte im ganzen Land hätten die weltweite Aufmerksamkeit erneut auf den Überlebenskampf der ukrainischen Zivilbevölkerung und des dortigen Gesundheitssystems an sich gerichtet, sagte der WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Freitag auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. „Die Eskalation der humanitären Notlage erfordert eine Eskalation der humanitären Hilfe.“

Unmittelbare Priorität habe, umgehend auf die Schäden zu reagieren, die das Gesundheitswesen erlitten habe, sagte Kluge. Zweitens müssten die dringenden gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen in Gebieten gedeckt werden, die nun zurück unter ukrainischer Kontrolle seien. Drittens müsse man sich auf die umfassenden Herausforderungen vorbereiten, die der Winter bringen werde.

Zu viele Menschen in der Ukraine lebten in prekären Verhältnissen und müssten von Ort zu Ort ziehen, häufig ohne Zugang zu Heizungen, sagte Kluge. Dies könne zu Frostbeulen, Unterkühlungen, Lungenentzündungen sowie Schlaganfällen und Herzinfarkten führen. „Der kommende brutale Winter könnte sich als besonders gefährlich für gefährdete Menschen erweisen“, warnte Kluge. Die WHO werde weiter vor Ort bleiben und langfristig Unterstützung leisten.

dpa

Putin: Mobilmachung in Russland steht kurz vor dem Abschluss

14:40
14.10.2022
Die laufende Teilmobilmachung von Reservisten in Russland soll nach Aussagen von Kremlchef Wladimir Putin in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen sein. Es seien bislang 222 000 Rekruten von insgesamt 300.000 einberufen worden, sagte Putin am Freitag zum Abschluss eines Gipfels in der kasachischen Stadt Astana in Zentralasien. Davon seien bereits 16.000 Männer im Kampfeinsatz.

Russlands Präsident trat zudem Befürchtungen der Bevölkerung entgegen, es könnte bereits eine zweite Mobilisierungswelle geplant sein. „Vom Verteidigungsministerium sind diesbezüglich keine Vorschläge eingegangen, und auf absehbare Zeit sehe ich auch keinen Bedarf.“

Putin hatte die Einberufung von insgesamt 300.000 Reservisten Ende September angesichts schwerer Niederlagen russischer Truppen vor allem in der Ostukraine angeordnet. In Russland selbst löste die Maßnahme Panik und eine regelrechte Massenflucht in angrenzende Ex-Sowjetstaaten wie Georgien und Kasachstan aus.

dpa

Russische Besatzer in Cherson rufen Zivilisten zur Flucht auf

13:49
14.10.2022
Unter dem zunehmenden Druck der ukrainischen Gegenoffensiven haben die russischen Besatzer im südlichen Gebiet Cherson Zivilisten zur Flucht aufgerufen. Zu ihrer eigenen Sicherheit werde den Menschen empfohlen, nach Russland auszureisen, schrieb der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Kirill Stremoussow am Freitag auf Telegram. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete, er habe mit der Militärführung seines Landes „Schritte zur weiteren Befreiung der ukrainischen Gebiete skizziert“.

Die britische „Financial Times“ berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte westliche Militärexperten, die ukrainischen Truppen könnten möglicherweise schon in der kommenden Woche in Cherson bis zum Fluss Dnipro durchstoßen.

Cherson zählt neben Saporischschja, Luhansk und Donezk zu den vier ukrainischen Gebieten, die Kremlchef Wladimir Putin Ende September völkerrechtswidrig annektieren ließ. Siebeneinhalb Monate nach Kriegsbeginn könnte die ukrainische Armee dort nun Beobachtern zufolge recht kurz vor ihrem nächsten großen Erfolg stehen. Mehrfach meldete Kiew in den vergangenen Wochen die Rückeroberung erster Ortschaften in Cherson.

dpa