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Wladimir Klitschko fordert eindringlich Lieferung von Kampfpanzern

19:12
15.09.2022
Ex-Schwergewichts-Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat Deutschland ungeachtet der Ankündigung weiterer Waffenlieferungen eindringlich aufgefordert, der Ukraine auch moderne Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 zur Verfügung zu stellen. „Nur mit modernen Waffen, mit moderner Technologie, können wir diesen Krieg stoppen und Russland stoppen“, sagte der 46-Jährige am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Deswegen sei es notwendig, dass die Leopard-Panzer geliefert würden. Nötig sei die Lieferung von Kampfpanzern und von Schützenpanzern vom Typ Marder.

Was von Deutschland bereits an Waffen geliefert worden sei, sei zwar gut, sagte Klitschko. Deutschland, Europa und die freie Welt unterstützten die Ukraine. „Aber auf der anderen Seite wird nicht gegeben, was wir brauchen“, beklagte er. „Und je länger sich der Krieg zieht, desto mehr Leute verlieren wir“, desto mehr Infrastruktur werde zerstört. Zudem wachse die Gefahr, die von den fünf Atomkraftwerken in der Ukraine ausgehe.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat immer wieder betont, dass er keine Alleingänge bei den Waffenlieferungen machen wolle. Bisher hat kein Nato-Land Kampfpanzer westlicher Bauart in die Ukraine geliefert. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Donnerstag angekündigt, zwei weitere Mehrfachraketenwerfer Mars sowie 50 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Dingo an die Ukraine zu liefern.

Am Abend (19.00 Uhr) sollte Klitschko in Potsdam stellvertretend für das ukrainische Volk mit dem Medienpreis M100 Media Award ausgezeichnet werden. Das ukrainische Volk wehre sich „seit Monaten mit eiserner Standhaftigkeit gegen die brutale Invasion Russlands“ und verteidige seine Freiheit und Souveränität auf europäischem Boden, schrieben die Veranstalter zur Begründung. Klitschko fordere die Welt als eine der einflussreichsten Stimmen aus Kiew immer wieder dazu auf, Haltung gegen das Unrecht des Krieges zu zeigen.

Wladimir Klitschkos Bruder Vitali, Bürgermeister von Kiew, war 2014 als Vertreter aller demokratischen Bewegungen in der Ukraine mit dem M100 Media Award ausgezeichnet worden.

Michael Rabba

US-Regierung kritisiert Xis Treffen mit Putin in Kriegszeiten

18:43
15.09.2022
Die US-Regierung hat das Treffen von Chinas Präsidenten Xi Jinping mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin kritisiert. „Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt für 'business as usual' mit Herrn Putin angesichts dessen, was er in der Ukraine tut“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, am Donnerstag dem Sender CNN. „Die ganze Welt sollte sich gegen das, was Herr Putin tut, auflehnen.“

Kirby mahnte: „China hat eine Wahl zu treffen.“ Die chinesische Regierung habe sich klar dafür entschieden, den Krieg in der Ukraine nicht zu verurteilen. China habe allerdings auch nicht gegen die Sanktionen verstoßen, die gegen Russland verhängt worden seien, und China habe Putin bislang ebenso wenig „direkte materielle Unterstützung“ zukommen lassen. Es bleibe abzuwarten, ob Xi sich dazu entscheide, tatsächlich etwas Materielles für Russland zu tun.

Kirby sagte weiter, das Treffen der beiden Präsidenten sei vor allem wichtig für den Kremlchef, „denn Herr Putin steht in der Ukraine unter großem Druck und Stress“. Seine Armee sei in keinem guten Zustand, sagte Kirby mit Blick auf die jüngsten militärischen Erfolge der Ukraine in dem Konflikt. Für den Kreml sei es daher sicher von Vorteil, an China heranzurücken.

Putin und Xi kamen am Donnerstag am Rande des Gipfels der Organisation für Zusammenarbeit im usbekischen Samarkand zusammen - zum ersten Mal seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine Ende Februar. Die beiden gaben sich demonstrativ geschlossen und nutzten ihr Treffen auch dazu, um sich als gemeinsame Front gegenüber dem Rivalen USA zu positionieren.

Michael Rabba