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Bundesregierung verurteilt Angriff auf Personenzug in der Ukraine

14:15
26.08.2022
Die Bundesregierung hat russische Raketenangriffe auf einen Personenzug und ein Wohngebiet in der Ortschaft Tschaplyne am Nationalfeiertag der Ukraine auf das Schärfste verurteilt. „Wir sind schockiert angesichts der Vielzahl an zivilen Opfern, unter ihnen mehrere Kinder. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin.

Die Bundesregierung trauere mit all denen, die Familienangehörige oder Freunde verloren haben. „Wir fordern Russland nachdrücklich auf, jegliche Angriffe gegen zivile Ziele zu unterlassen und sich an internationales Recht zu halten“, sagte Hebestreit. Unterstützt würden Aufarbeitungs- und Ermittlungsbemühungen zu Kriegsverbrechen durch nationale und internationale Strafverfolgungsbehörden. Hebestreit: „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Das russische Verteidigungsministerium hatte den Raketenbeschuss einer Bahnstation am Mittwoch in dem Ort in der Zentralukraine bestätigt und diesen als Angriff bezeichnet, bei dem 200 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Dafür gab es aber keine Belege. Die Ukraine hatte zuvor von 25 Toten, darunter zwei Kinder, und von mehr als 30 Verletzten gesprochen. Am Freitag kursierten in den sozialen Netzwerken nicht verifizierte Videoaufnahmen von einem angeblich bei dem Raketenangriff zerstörten Zug. Ukrainische Angaben zu dem Zug gab es zunächst nicht.

Die ukrainische Eisenbahn machte nur Angaben zu einem Teil der Opfer. Von den 25 Toten sind demnach zwei Kinder und drei Eisenbahnmitarbeiter gewesen. Unter den 31 Verletzten sollen ebenso zwei Kinder und vier Eisenbahnmitarbeiter gewesen sein. Ein anderes Video mutmaßlich vom Bahnhofsgelände zeigte einen zerstörtes Fahrzeug und Eisenbahnplattformen zum Transport schwerer Technik.

dpa

London: Moskau verbreitet Falschnachricht zu langsameren Angriffen

13:05
26.08.2022
Behauptungen Moskaus zu angeblich absichtlich verlangsamten Angriffen in der Ukraine sind nach Ansicht britischer Experten falsch. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London am Freitag hervor. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte am Mittwoch gesagt, seine Armee habe ihre Angriffe verlangsamt, um die ukrainische Zivilbevölkerung zu schonen.

Doch den Briten zufolge ist das eine absichtliche Falschinformation, die das Versagen des russischen Militärs kaschieren soll. „Russlands Offensive ist zum Halten gekommen wegen schwacher Leistungen des russischen Militärs und heftiger ukrainischer Gegenwehr“, hieß es in der per Twitter veröffentlichten Mitteilung der Briten. Die russischen Streitkräfte hätten wiederholt von Schoigu gesetzte Fristen nicht eingehalten. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der russische Präsident Wladimir Putin und Schoigu mindestens sechs Generäle entlassen hätten, weil ihnen der Vormarsch nicht schnell genug gegangen sei, hieß es in der Mitteilung weiter.

dpa