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Bundesregierung verurteilt Angriff auf Personenzug in der Ukraine

10:46
26.08.2022
Die Bundesregierung hat russische Raketenangriffe auf einen Personenzug und ein Wohngebiet in der Ortschaft Tschaplyne am Nationalfeiertag der Ukraine auf das Schärfste verurteilt. „Wir sind schockiert angesichts der Vielzahl an zivilen Opfern, unter ihnen mehrere Kinder. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin.

Die Bundesregierung trauere mit all denen, die Familienangehörige oder Freunde verloren haben. „Wir fordern Russland nachdrücklich auf, jegliche Angriffe gegen zivile Ziele zu unterlassen und sich an internationales Recht zu halten“, sagte Hebestreit. Unterstützt würden Aufarbeitungs- und Ermittlungsbemühungen zu Kriegsverbrechen durch nationale und internationale Strafverfolgungsbehörden. Hebestreit: „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Das russische Verteidigungsministerium hatte den Raketenbeschuss einer Bahnstation am Mittwoch in dem Ort in der Zentralukraine bestätigt und diesen als Angriff bezeichnet, bei dem 200 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Dafür gab es aber keine Belege. Die Ukraine hatte zuvor von 25 Toten, darunter zwei Kinder, und von mehr als 30 Verletzten gesprochen. Am Freitag kursierten in den sozialen Netzwerken nicht verifizierte Videoaufnahmen von einem angeblich bei dem Raketenangriff zerstörten Zug. Ukrainische Angaben zu dem Zug gab es zunächst nicht.

Die ukrainische Eisenbahn machte nur Angaben zu einem Teil der Opfer. Von den 25 Toten sind demnach zwei Kinder und drei Eisenbahnmitarbeiter gewesen. Unter den 31 Verletzten sollen ebenso zwei Kinder und vier Eisenbahnmitarbeiter gewesen sein. Ein anderes Video mutmaßlich vom Bahnhofsgelände zeigte einen zerstörtes Fahrzeug und Eisenbahnplattformen zum Transport schwerer Technik.

dpa

Selenskyj fordert schnelle Reaktion auf Zwischenfall in AKW

07:25
26.08.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat verstärkten internationalen Druck auf Russland gefordert, um eine Räumung des besetzten Kernkraftwerks Saporischschja zu erreichen. Er verwies auf die Notabschaltung von zwei Reaktoren am Donnerstag wegen eines zweimaligen Ausfalls der Stromversorgung.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und andere internationale Organisationen müssten viel schneller handeln als bislang, sagte Selenskyj abends in seiner Videoansprache in Kiew. „Jede Minute, die das russische Militär im Kernkraftwerk bleibt, bedeutet das Risiko einer globalen Strahlenkatastrophe.“

Die IAEA in Wien teilte unter Berufung auf Kiewer Informationen mit, dass das Sicherheitssystem zwei laufende Reaktoren abgeschaltet habe. Das AKW sei über die Stromleitung eines nahen Wärmekraftwerks weiter versorgt worden. Es sei nun wieder mit dem ukrainischen Stromnetz verbunden. Derzeit stünden nach ukrainischen Angaben alle sechs Reaktoren still, hieß es. Die russische Besatzungsverwaltung hatte dagegen mitgeteilt, ein Reaktorblock sei wieder angefahren worden.

IAEA-Direktor Rafael Grossi bekräftigte seine Bereitschaft, binnen Tagen mit Experten nach Saporischschja zu fahren. Die Lage in und am größten Kernkraftwerk Europas ist seit Wochen undurchsichtig. Russen und Ukraine werfen einander vor, das AKW zu beschießen. Das britische Verteidigungsministerium veröffentlichte Satellitenfotos, die angeblich russische Militärlastwagen neben einem Reaktor zeigen. Vergangene Woche zeigte ein nicht verifiziertes Video Militärfahrzeuge auch in einer der großen Maschinenhallen.

dpa