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Selenskyj siegessicher am Tag der Staatlichkeit der Ukraine

19:26
28.07.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich an einem neuen Feiertag zur Staatlichkeit des Landes mit Blick auf den russischen Angriffskrieg siegessicher gezeigt. „Wir sind Bürger des stärksten Landes der Welt“ - des Staates, der am 155. Tag des Kriegs Russlands gegen die Ukraine die Kraft habe, diesen Feiertag zu begehen, sagte Selenskyj am Donnerstag in einer Rede vor dem ukrainischen Parlament in Kiew. Dafür bekam er lauten Beifall.

„Wir werden keine neue Legende des heroischen Widerstands, sondern ein Siegerstaat“, sagte Selenskyj weiter. Am Vormittag hatte er in einer Ansprache gesagt, es sei ein unruhiger Morgen mit Raketenterror, aber die Ukraine werde nicht aufgeben. Er gratulierte den Bürgern zum erstmals gefeierten Tag der ukrainischen Staatlichkeit, der neben dem Tag der Unabhängigkeit am 24. August begangen wird.

Selenskyj kündigte in seiner Rede am Nachmittag die Gründung eines Europakollegs in der Ukraine an. Dort sollen wie an den Standorten im belgischen Brügge und im polnischen Natolin zukünftige EU-Beamte ausgebildet werden. Es sei ein Beitrag der Ukraine zur Entwicklung der europäischen Institutionen.

Mit dem neuen Feiertag, den Selenskyj im vergangenen Jahr festgelegt hatte, tritt die Ukraine auch russischen Behauptungen entgegen, sie sei gar kein richtiger Staat, sondern ein künstliches Gebilde. Selenskyj hatte das immer wieder entschieden zurückgewiesen. So hatte er etwa im vergangenen Jahr erklärt, dass von Kiew aus vor mehr als 1000 Jahren das orthodoxe Christentum verbreitet wurde.

dpa

Medwedew kündigt Reaktion auf Nato-Beitritt Finnlands an

18:40
28.07.2022
Ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands wird nach Ansicht des früheren Kremlchefs Dmitri Medwedew eine militärische Gegenreaktion Russlands nach sich ziehen. Sollten Nato-Stützpunkte auf dem Territorium der Länder errichtet und Waffen stationiert werden, dann werden „unsere Reaktionsschritte symmetrisch dazu erfolgen“, sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrats nach einem Treffen zur Sicherheitslage an der Grenze zu Finnland der Agentur Interfax zufolge.

Die Entscheidung für einem Nato-Beitritt der beiden Länder verschlechtert aus Sicht von Medwedjew die Sicherheitslage im Ostseeraum, „weil die Ostsee jetzt tatsächlich zu einem Meer wird, das von Nato-Staaten dominiert wird.“ Er warf den beiden Staaten vor, von „jenseits des Ozeans und von Brüssel beeinflusst“ zu werden. Die Beziehungen zu den Ländern müssten von russischer Seite nun überprüft werden.

Russland teilt sich im Norden eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Finnland. Kremlchef Wladimir Putin hatte bereits Ende Juni angekündigt, ein Nato-Beitritt des Landes würde militärische Gegenmaßnahmen seines Landes nach sich ziehen.

dpa