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Litauen will bis Mitte 2025 für deutsche Nato-Brigade bereit sein

13:05
13.07.2022
Litauen will bereits bis Mitte 2025 die nötige Infrastruktur zur Stationierung einer von Deutschland geführten Nato-Brigade schaffen. Derartige Pläne bestätigte der Chef des Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit und Verteidigung, Laurynas Kasciunas, am Mittwoch in Vilnius. Bislang war 2027 als Zieldatum in dem baltischen EU- und Nato-Land Litauen genannt worden.

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte die Nato auf ihrem Gipfel in Madrid die Verstärkung der Ostflanke beschlossen. Demnach sollen die bestehenden multinationalen Nato-Gefechtsverbände auf Brigade-Niveau ausgebaut werden. Deutschland soll dabei eine Kampftruppen-Brigade mit 3000 bis 5000 Soldaten für Litauen führen. Nach ersten Planungen sollen zunächst nur Teile davon vor Ort stationiert werden. Andere sollen in Bereitschaft in den jeweiligen Truppensteller-Staaten bleiben können.

Zur Stationierung einer Kampftruppen-Brigade in Litauen sind nach Angaben von Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas sowohl der Bau von Lagern für Waffen und Ausrüstung sowie der Infrastruktur zur Unterbringung der Truppen notwendig. Das Ministerium habe dafür Entwicklungspläne ausgearbeitet und koordinierte nun die Finanzierungsmöglichkeiten, schrieb er auf Facebook.

Seit 2017 ist in Litauen, das an die russische Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus grenzenden Litauen grenzt, ein Nato-Bataillon mit derzeit etwa 1600 Soldaten stationiert. Angeführt wird es von der Bundeswehr, die mit gegenwärtig mehr als 1000 Einsatzkräften das größte Truppenkontingent stellt. Der Gefechtsverband ist in die litauische Infanterie-Brigade „Iron Wolf“ eingegliedert.

Michael Rabba

Ukraines Außenminister: „Zwei Schritte“ vor Lösung der Getreidekrise

11:55
13.07.2022
Die vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine verursachte Getreidekrise nähert sich nach Aussagen des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba möglicherweise einer Lösung. „Wir sind zwei Schritte von einem Abkommen mit Russland entfernt“, versicherte Kuleba im Interview der spanischen Zeitung „El País“ (Mittwochausgabe). Sein Land sei „bereit, Getreide auf dem internationalen Markt zu exportieren“.

Zur Lösung des Streits um Getreideexporte aus der Ukraine kommen Vertreter Moskaus, Kiews, Ankaras und der Vereinten Nationen am Mittwoch in der Türkei zusammen. Russland wird vorgeworfen, den Export von ukrainischem Getreide zu blockieren.

Kuleba versicherte „El País“: „Wir sind in der Endphase (der Verhandlungen) und alles hängt nun von Russland ab. Wenn sie es wirklich wollen, werden die Getreideexporte bald beginnen.“ Man werde versuchen, alle Sicherheitsbedenken auszuräumen.

Auf die Frage, welche Gründe Russland haben könnte, um die Getreideexporte doch zuzulassen, sagte der Minister: „Ich sehe nur einen Grund: Sie wollen den Ländern Afrikas und Asiens zeigen, dass sie sie vor der (Lebensmittel-)Knappheit bewahren wollen.“

Obwohl der Außenminister sich optimistisch zeigte, räumte er ein, dass noch nicht alles in trockenen Tüchern sei. „Es stimmt, Russland ist nicht daran interessiert, dass die Ukraine exportiert. Sie wissen, dass wir, wenn wir exportieren, auf den internationalen Märkten auch Einnahmen erzielen und dadurch stärker werden.“

Michael Rabba