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Ukraine: Russische Truppen stürmen Siedlung bei Lyssytschansk

07:11
28.06.2022
Im Osten der Ukraine gehen nach Angaben aus Kiew die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind stürme die Siedlung Wowtschojariwka südwestlich der Stadt, teilte der ukrainische Generalstab am Dienstagmorgen in seinem Lagebericht mit. Russische Einheiten stehen im Süden bereits am Stadtrand. Gekämpft werde zudem an einer Ölraffinerie.

Lyssytschank ist die letzte große Stadt in der Region unter ukrainischer Kontrolle. Dort sollen noch mehrere Tausend ukrainische Soldaten stationiert sein. Nach ukrainischen Angaben haben russische Truppen neben dem Einsatz von Mörsern und Artillerie auch Luftangriffe in Richtung der Stadt geflogen.

Der „Feind“ gebe zudem die Hoffnung nicht auf, eine wichtige Straße zwischen Lyssytschansk und der weiter westlich gelegenen Stadt Bachmut zu kontrollieren, hieß es weiter in dem Lagebericht. Auch dort habe es Artillerieangriffe gegeben. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

dpa

Mindestens 18 Tote nach Angriff auf ukrainisches Einkaufszentrum

04:30
28.06.2022
Russland ist nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine scharf verurteilt worden. So sprachen die Teilnehmer des G7-Gipfels im bayerischen Elmau von einem Kriegsverbrechen und drohten Kremlchef Wladimir Putin mit Konsequenzen. Bei der Attacke in der Stadt Krementschuk wurden am Montag mindestens 18 Menschen getötet, wie der Gouverneur des Gebiets Poltawa, Dmytro Lunin, mitteilte. Rund 60 weitere wurden verletzt. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft berichtete auch von mehr als 40 Vermisstenmeldungen.

„Die Besatzer haben mit Raketen auf ein Einkaufszentrum geschossen, in dem mehr als tausend Zivilisten waren“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Nachrichtendienst Telegram. In einem Video, das unter anderem Selenskyj verbreitete, war das brennende Gebäude mit dicken dunklen Rauchwolken zu sehen. Zum Abend wurde der Brand örtlichen Behörden zufolge gelöscht. Ein von Gouverneur Lunin bei Telegram verbreitetes Video zeigte ein weitgehend ausgebranntes Gebäude, von dem hauptsächlich Betonpfeiler und eine Metallkonstruktion stehen blieben.

Die Rakete schlug am Montagnachmittag in das Gebäude ein. Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte zufolge sollen bei dem Angriff Luft-Boden-Raketen des Typs X-22 eingesetzt worden sein. Diese seien von Tu-22-Langstreckenbombern aus dem russischen Gebiet Kursk abgefeuert worden, hieß es. In der Nähe des Einkaufszentrums befinden sich mehrere Industrieanlagen, darunter eine Fabrik für Straßenbaumaschinen. Der Sekretär des Sicherheitsrats, Olexij Danilow, sagte, dass eine zweite Rakete in ein örtliches Sportstadion eingeschlagen sei.

Am Dienstag will der UN-Sicherheitsrat zu dem Thema beraten, wie Diplomaten in New York mitteilten. Das Treffen um 21 Uhr MESZ war auf Bitten der Ukraine anberaumt worden.

Stefanie Heitmann