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Russische Truppen stoßen bis an Stadtrand von Lyssytschansk vor

18:08
23.06.2022
Im Osten der Ukraine sind russische Truppen nach ukrainischen Angaben bis an den Stadtrand der Großstadt Lyssytschansk vorgedrungen. „Unsere Kämpfer haben den Vorstoß in Richtung der südlichen Ränder von Lyssytschansk aufgehalten, dem Feind Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen“, hieß es am Donnerstagabend im Lagebericht des Generalstabs in Kiew. Die russische Armee ziehe nun Reserven heran. Umkämpft sei auch die östlich des Flusses Siwerskyj Donez gelegene Siedlung Boriwske.

Am Morgen war bekannt geworden, dass im Süden von Lyssytschansk eine ukrainische Gruppierung in den Ortschaften Solote und Hirske eingekesselt ist. Am Abend teilte das ukrainische Militär mit, dass die russischen Truppen Hirske inzwischen teilweise erobert hätten. Dem Bericht zufolge konnten sie den Kessel komplett schließen. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert nun bereits vier Monate.

Lyssytschansk ist die letzte Großstadt im Gebiet Luhansk, die völlig unter ukrainischer Kontrolle steht. Die Zwillingsstadt Sjewjerodonezk auf der anderen Seite des Flusses Siwerskyj Donez ist größtenteils von russischen Truppen erobert.

Patrick Reichelt

Europarat: Russland manipulierte Daten zu Flugzeug-Abschuss 2014

16:19
23.06.2022
Der Absturz der Malaysia-Airline-Maschine MH17 vor acht Jahren in der Ukraine ist nach einer Untersuchung des Europarats auf einen Abschuss durch eine russische Rakete zurückzuführen. Dies sei das "bei weitem überzeugendste Szenario", heißt es einer am Donnerstag einhellig verabschiedeten Stellungnahme der Parlamentarischen Versammlung in Straßburg. Darin wirft der Europarat Moskau eklatante Lügen vor. So seien von russischen Behörden sogar manipulierte Radar- und Satellitendaten verbreitet worden, um die Wahrheit zu verschleiern.

Russland habe im Zuge der Ermittlungen Desinformation betrieben und widersprüchliche Versionen des Absturzhergangs verbreitet, um Verwirrung zu stiften, heißt es in der Resolution. Insbesondere die Theorien, das Verkehrsflugzeug mit 298 Menschen an Bord sei von einem ukrainischen Kampfjet oder mit einer Rakete von ukrainisch kontrolliertem Gebiet aus abgeschossen worden, seien "vollständig widerlegt".

Nach Auffassung der Europarats-Abgeordneten ist für den Absturz eine Buk-Luftabwehrrakete verantwortlich, die von militärischen Einheiten unter russischer Kontrolle abgefeuert wurde. Die Parlamentarische Versammlung rief Russland zu einer künftigen Kooperation auf und verlangte eine formelle Entschuldigung bei den Opfern des Flugzeugunglücks.

Patrick Reichelt