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Russischer Gazprom-Topmanager kämpft nun für die Ukraine

13:40
27.04.2022
Nach jahrelanger Arbeit beim russischen Energieriesen Gazprom hat ein Top-Manager des Konzerns die Seiten gewechselt und ist in die Ukraine geflohen. Er will dort gegen die russischen Truppen kämpfen. „Ich will mich von meiner russischen Vergangenheit reinwaschen“, erklärte der langjährige Vizechef der Gazprombank, Igor Wolobujew, in einem Video-Interview, das am Dienstagabend auf YouTube veröffentlicht wurde und bis Mittwoch schon rund 200.000 Aufrufe hatte. Auch russischsprachige Medien berichteten über die Flucht des Managers.

Seinen Angaben nach ist Wolobujew schon am 2. März aus Russland ausgereist. Seine Flucht begründete er damit, dass er selbst in der Ukraine geboren sei, den Angriffskrieg Russlands verurteile und er „mit der Waffe in der Hand meine Heimat verteidigen“ wolle.

Er kritisierte in dem Interview auch seinen ehemaligen Arbeitgeber Gazprom, den er als „Gasknüppel“ Russlands bezeichnete. Moskau habe mit dem Gas schon immer versucht, seine Nachbarn und Europa zu erpressen. Die Pipelineprojekte Nord Stream 1, Nord Stream 2 und Turk Stream hätten stets das politisch motivierte Ziel gehabt, die Ukraine als Transitland für russisches Gas auszuschalten, sagte Wolobujew. Der Kreml und Gazprom hatten solche Vorwürfe der Ukraine und des Westens stets zurückgewiesen und betont, es handele sich um rein wirtschaftliche Projekte.

Dustin Mertes

EU-Spitzen verurteilen russischen Gas-Lieferstopp

13:36
27.04.2022
Die Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, hat Polen und Bulgarien bei Russlands Gas-Lieferstopp Unterstützung angeboten und erneut ein vollständiges Energie-Embargo gefordert. „Die EU wird sich nicht erpressen lassen“, sagte Metsola in einem Tweet am Mittwoch. Polen, Bulgarien und andere betroffene Staaten würden Unterstützung finden.

Zudem forderte das Europaparlament laut Metsola ein unverzügliches, paneuropäisches Embargo von Energielieferungen, die vom Kreml kontrolliert würden. Das EU-Parlament hat sich in der Vergangenheit bereits dafür ausgesprochen, auch wenn die Sanktionen Sache der Länder sind.

Auch EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte Russlands Lieferstopp. „Gazproms Entscheidung, Lieferungen an einige EU-Mitgliedstaaten zu stoppen, ist ein weiterer aggressiver, unilateraler Schritt von Russland“, schrieb Michel auf Twitter. Er sei in Kontakt mit dem polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki und dem bulgarischen Regierungschef Kiril Petkow. „Wir werden zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen, während wir die russischen Energieimporte abbauen.“

Dustin Mertes