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Ukrainischen Soldaten in Mariupol gehen Lebensmittel aus

13:00
12.04.2022
In der umkämpften und fast völlig zerstörten Hafenstadt Mariupol haben ukrainische Soldaten Medien zufolge über zur Neige gehende Lebensmittel- und Munitionsvorräte berichtet. Seit Beginn der Belagerung durch russische Truppen vor rund sechs Wochen seien keine Lieferungen mehr zu ihnen durchgekommen, sagt ein Soldat in einem am Dienstag zuerst auf Facebook veröffentlichten Video. Der Mann, der sich und seine Kameraden als Mitglieder der 36. Marineinfanteriebrigade aus Mariupol vorstellt, trägt einen Bart und hat tiefe Augenringe.

Wo der Clip aufgenommen wurde, war zunächst nicht klar. Viele der verbliebenen ukrainischen Kämpfer haben sich offensichtlich im Stahlwerk „Asowstal“ verschanzt. Am Montag bekräftigte der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj, die Verbindung zu den Verteidigern Mariupols sei nicht abgerissen. Er reagierte damit auf angebliche Vorwürfe der Marineinfanteristen, es gebe seit zwei Wochen keinen Kontakt mehr zur ukrainischen Militärführung.

Der Soldat in dem nun veröffentlichten Video betont, er und die anderen würden sich trotz der schwierigen Lage nicht ergeben. „Wir haben unsere Positionen nicht verlassen und bleiben (der Ukraine) immer treu.“ Dann filmt er durch den fensterlosen Raum, in dem mehrere seiner Kameraden ebenfalls in Militärkleidung sitzen. „Alle Ukrainer müssen sich an den Preis für diesen Widerstand erinnern. Und die Sache zu Ende bringen. Den Sieg bis zum Ende durchfechten!“

Liz Mikos

WHO verstärkt medizinische Notversorgung in der Ukraine

12:40
12.04.2022
Die Weltgesundheitsorganisation WHO verstärkt medizinische Hilfsmaßnahmen in der Ukraine. So solle trotz der unsicheren Lage die operative Basis in der Großstadt Dnipro ausgebaut werden, um Hilfsbedürftige in der Ostukraine schneller zu erreichen, sagte ein Sprecher am Dienstag in Genf. Eigene Notfallteams unterstützten das ukrainische Gesundheitsministerium bei der Einrichtung von Feldlazaretten. Auch organisiere man mit unterschiedlichen Partnern mobile Kliniken.

Rund 300 Gesundheitseinrichtungen lägen in Kampfgebieten, 1.000 weitere in russisch kontrollierten Zonen. Es drohten Zerstörungen und schwere Unterbrechungen der Gesundheitsversorgung, so der Sprecher. Die WHO beteilige sich an der Verlegung von Patienten in ein eigens eingerichtetes Krankenhaus an der polnischen Grenze. In den nächsten Tagen liefere man 15 Stromgeneratoren für Krankenhäuser, zwei davon nach Mariupol. Ebenfalls diese Woche erhalte das Gesundheitsministerium 20 Ambulanzfahrzeuge.

Bis Montag gab es laut WHO nachweislich 108 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, Personal, medizinische Transporte oder Lagerhäuser. Dabei kamen den Angaben zufolge mindestens 73 Menschen ums Leben, 51 wurden verwundet. Die UN-Organisation verurteilte dies als Verletzung des humanitären Völkerrechts.

Liz Mikos