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Berliner Clubs könnten noch im März öffnen

13:42
04.02.2022
Entsprechende Lockerungen vorausgesetzt könnte eine große Zahl der aktuell geschlossenen Clubs der international gefeierten Berliner Nachtszene noch im März wieder öffnen. Bei einer am Freitag veröffentlichten Befragung der Clubcommission gaben die Clubs an, ihren Betrieb innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder aufnehmen zu können.

Rund 80 Prozent der Befragten haben ihren Betrieb aktuell eingestellt. Die verbliebenen Clubs öffnen noch etwa für Kulturveranstaltungen oder Barbetrieb. Tanzen ist nach den aktuell geltenden Corona-Bestimmungen verboten.

Sorgen macht den Clubs nicht nur eine möglicherweise erneute Schließung, sondern auch Personalmangel oder finanzielle Probleme aufgrund der Beschränkungen. Bei Öffnungen wären die Clubs zu einem großen Teil neben Zutritt nur für Geimpfte und Genesene auch etwa zu verpflichtenden Tests bereit. Eine Öffnung mit Maskenpflicht und Abstandsregeln komme nicht in Frage, hieß es.

«Sollte in den kommenden Wochen die Wiedereröffnung der Clubs beschlossen werden, ist eine Strategie seitens der Politik dringend notwendig, um langfristige Planungssicherheit für den Veranstaltungsbetrieb und die tausenden Beschäftigten zu gewährleisten», sagte Pressesprecher Lutz Leichsenring. Die Vorsitzende der Clubcommission, Pamela Schobeß, sieht nach fast zwei Jahren Dauerschließung Licht am Ende des Tunnels. «Wenn klar ist, dass die Intensivstationen nicht mehr am Limit sind und auch die Beschäftigten der kritischen Infrastruktur nicht mehr krankheitsbedingt ausfallen, müssen auch wir endlich wieder für unsere Gäste öffnen dürfen.»

(dpa)

IfW: 2G-Aufhebung nicht zwangsläufig gut für Handel und Gastronomie

13:42
04.02.2022
Lockerungen der strengen 2G-Corona-Regeln für Handel und Gastronomie führen nach Einschätzung des Kieler Ökonomen Holger Görg nicht zwangsläufig zu besseren Geschäften. Ob die Aufhebung der Regeln positive wirtschaftliche Effekte hätte, sei überhaupt nicht klar. «Es könnte zu mehr Umsatz führen, weil Hürden für den Zugang zu Geschäften und Lokalen für alle wegfallen», schreibt der amtierende Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in einem am Freitag veröffentlichten Beitrag in Kiel.

«Ebenso könnte der Umsatz aber sinken, weil ein Zugang für Ungeimpfte oder Ungetestete mehr potenzielle Kundinnen und Kunden abschreckt, die sich dann nicht mehr sicher fühlen.» Daher empfiehlt der Ökonom, «zunächst in vergleichenden Pilotprojekten die Reaktion von Kundinnen und Kunden zu beobachten, statt die Beschränkungen in der Breite aufzuheben».

2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Gilt 2G-Plus, muss zusätzlich ein negativer Test oder der Nachweis einer Boosterimpfung vorliegen. Die Branchenverbände des Einzelhandels und des Gastgewerbes verlangen schon länger ein Ende dieser Regeln. In Schleswig-Holstein entfällt beispielsweise von Montag an die 2G-Regel im Einzelhandel.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte erst am Dienstag erneut auf die nach seiner Einschätzung verhängnisvolle Rolle von 2G für die Branche hingewiesen. «Diese im Kampf gegen die Pandemie nutzlose Maßnahme muss endlich bundesweit fallen», forderte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Auch die Verbände des Gastgewerbes machen sich für Lockerungen stark.

Nach Einschätzung von IfW-Ökonom Görg kann 2G indes «sogar helfen, mehr Kundinnen und Kunden anzulocken, da sich diese in der Gewissheit, dass andere Leute ebenfalls geimpft, genesen und eventuell auch noch negativ getestet sind, eher auf einen Ausflug in ein Lokal einlassen». Görg empfiehlt daher Pilotprojekte in einigen wohlüberlegten Orten. «Stehen die Pilotprojekte besser da, könnte das darauf hinweisen, dass ein Zurücknehmen der Maßnahmen gut für das Gastgewerbe und den Handel ist. Wenn nicht, wäre wahrscheinlich, dass leider weniger die Beschränkungen als die Corona-Pandemie selbst das Problem ist.»

(dpa)

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