Letztes Update:
20220204133928

RKI registriert 248 838 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 1349,5

13:41
04.02.2022
Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Corona-Neuinfektionen ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben von Freitagmorgen 248 838 Fälle in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 190 148 erfasste Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 1349,5 an - das ist ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1283,2 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1073,0 (Vormonat: 239,9). Die aktuellen Zahlen geben den Stand des RKI-Dashboards von Freitagmorgen, 05.00 Uhr, wieder.

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Deutschlandweit wurden mach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 170 Todesfälle verzeichnet, genau so viel wie vor einer Woche. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 10 671 602 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,45 an (Donnerstag: 5,00). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitagmorgen mit 7 953 200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 118 504.

(dpa)

Corona in Europa: Deutschlands Nachbarn auf Lockerungskurs

13:40
04.02.2022
Maske weg und auf ins Getümmel - was derzeit in Deutschland nur schwer vorstellbar ist, ist in Dänemark schon Realität. Und auch in anderen Ländern Europas heißt es, Stück für Stück zurück zur (alten) Normalität. Doch längst nicht bei allen. Wer, wie, wo lockert - und wer nicht:

Die Vorreiter

Dänemark hat vorgelegt: Als eines der ersten Länder Europas hat sich Deutschlands nördlichster Nachbar von praktisch allen Beschränkungen verabschiedet. Die Kopenhagener Innenstadt ist seitdem masken- und beschränkungsfrei, die Menschen bummeln wie vor Corona. Dabei liegen die Neuinfektionszahlen seit Wochen auf einem überaus hohen Niveau. Wie das zusammenpasst? Dank milderer Krankheitsverläufe bei Omikron-Infektionen und hohen Impfzahlen ist die befürchtet angespannte Lage auf den dänischen Intensivstationen ausgeblieben.

Und Schweden zieht nach - kommenden Mittwoch sollen die meisten Beschränkungen aufgehoben werden. Zusammenkünfte und Veranstaltungen können dann wieder ohne Teilnehmerobergrenzen stattfinden, auch Beschränkungen in Restaurants, Kneipen und Cafés fallen weg. Schweden und Corona, war da nicht was? Genau: Die Schweden hatten seit Beginn der Pandemie vergleichsweise lockere Maßnahmen ergriffen. Bestimmte Beschränkungen galten allerdings auch für die Schwedinnen und Schweden immer wieder. Die Maskenpflicht war aber bei Weitem nicht so streng wie in Deutschland, einen echten Lockdown gab es nie.

Vor den Theken in englischen Pubs herrscht Gedränge, Masken sind nur vereinzelt zu sehen. Auch in Großbritannien lässt sich leicht vergessen, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Im Gegenteil: Großbritannien zählt Tag für Tag 80 000 bis 100 000 neue Corona-Fälle, auch wenn die Omikron-Welle deutlich abgeflacht ist. Positive Fälle im engeren Umfeld sind zum Alltag geworden - vor allem für Familien mit Schulkindern. Seit Ende Januar sind in England die wenigen noch geltenden Maßnahmen ausgelaufen. Ob im Büro, im Stadion, im Fitnessstudio oder eben im Pub dürfen sich die Briten ohne Beschränkungen tummeln. Auch die anderen Landesteile genießen wieder größere Freiheiten. Eine Überlastung der Intensivstationen scheint abgewendet. Zuletzt wurden jedoch noch immer mehrere Hunderte Tote pro Tag gezählt.

Maske weg, zumindest im Freien

«Spanien ist über den Berg», freut sich Gesundheitsministerin Carolina Darias. Und die Zahlen geben ihr Recht. Nach einem Höchststand der Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1600 Mitte Januar ist sie inzwischen auf 872 gefallen. Viele Beschränkungen werden nach und nach aufgehoben, kommende Woche soll die Maskenpflicht im Freien fallen. Kontrolliert wurde sie kaum, und dennoch halten sich viele an die Vorschrift, wenn auch teils aus anderen Gründen. «Ich trage die Maske gegen die Kälte», meinte etwa die elfjährige Sophie. Dass es weniger schwere Erkrankungen gibt, liegt auch an der hohen Impfrate in Spanien. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung haben eine Grundimmunisierung und gut 46 Prozent einen Booster.

Nachdem auch in Italien die Infektionszahlen in die Höhe schnellten, wächst dort der Optimismus. Das liegt daran, dass die Krankenhäuser noch weit davon entfernt sind, überfüllt zu sein. Die Politiker erwägen ein Ende des Ausnahmezustands und vieler Maßnahmen. Die Maskenpflicht auch im Freien dürfte etwa Ende nächster Woche auslaufen. Italien koppelt jedoch alle Öffnungsschritte an die Impfungen: Nur mit einem 2G-Nachweis darf man in Hotels, Restaurants, ins Kino, in Busse und Züge, auf öffentliche Veranstaltungen. Dass künftig geimpfte Schüler auch bei vielen positiven Fällen in der Klasse weiter in die Schule dürfen, lässt Familien auf einen besseren Frühling hoffen.

Auch in Frankreich weichen Beschränkungen. Ohnehin fühlt sich die Lage vor Ort - trotz schwindelerregend hoher Inzidenzwerte knapp unter 4000 - weitaus entspannter an als noch im Sommer. Während die Regierung damals nicht müde wurde, den Ernst der Lage zu betonen, kommen nun - mit fallenden Neuinfektionszahlen - die Lockerungen. Frankreich wandelt etwa die Homeoffice-Pflicht nach nur vier Wochen in eine Empfehlung um und verabschiedet sich von der Maskenpflicht im Freien. Auch die Obergrenzen für Sport und Kultur sind teils wieder Geschichte und Mitte Februar kann es mit der Wiedereröffnung der Clubs wieder richtig rund gehen.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden