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Pfizer liefert Covid-19-Medikament Paxlovid in Deutschland aus

10:08
23.02.2022
Der Pharmakonzern Pfizer hat am Mittwoch mit der Auslieferung des Covid-19-Medikaments Paxlovid in Deutschland begonnen. Vom Verteilzentrum in Karlsruhe aus gingen die Tabletten an den Pharmagroßhandel, wie eine Sprecherin mitteilte. «Apotheken können das Arzneimittel dort bei Vorliegen einer ärztlichen Verschreibung bestellen und an Patientinnen und Patienten abgeben.»

Die Pille gilt als sehr effektiv vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen - bei ihnen soll sie das Risiko von sehr schweren Krankheitsverläufen um 89 Prozent senken. Dass der Wirkstoff Nirmatrelvir in dem Medikament ein Sars-CoV-2-Protein hemmt, soll die Vermehrung der Coronaviren im Körper stoppen.

Die weltweite Produktion und Verpackung der Arznei findet laut Pfizer in Freiburg statt. Für Deutschland sind nach Angaben der Sprecherin eine Million Packungen für dieses Jahr vorgesehen, von denen etwa 35 Prozent im ersten Halbjahr ausgeliefert werden sollen. Der Inhalt einer Packung reiche für einen Patienten oder eine Patientin.

«Ärztinnen und Ärzte können das Medikament verschreiben und damit besonders Hochrisikopatienten vor schweren Covid-19-Verläufen schützen, zum Beispiel Menschen im hohen Alter, mit chronischen Erkrankungen oder Krebs», sagte der Medizinische Direktor bei Pfizer in Deutschland, Daniel Kalanovic, nach Unternehmensangaben.

(dpa)

T-Systems-Großauftrag: Digitale Impfzertifikate für WHO-Länder

10:07
23.02.2022
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird ihren 194 Mitgliedstaaten künftig ein technisches Rahmenwerk für die Einführung von digitalen Impfzertifikaten zur Verfügung stellen.

Eine wichtige Komponente, das Gateway zum länderübergreifenden Austausch der Nachweise, stammt von der Telekom-Tochter T-Systems. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt am Main mit. Das System ermögliche die Überprüfung von QR-Codes auf elektronischen Impfnachweisen über Ländergrenzen hinweg. Es soll nach der Überwindung der Corona-Pandemie als Standard-Verfahren für andere Impfungen wie Polio oder Gelbfieber dienen.

In Deutschland hat T-Systems zusammen mit dem größten europäischen Softwarehaus SAP die Corona-Warn-App (CWA) zur Eindämmung der Corona-Infektionsketten entwickelt und betreibt die Infrastruktur dafür. T-Systems hatte in diesem Zusammenhang auch den European Federation Gateway Service (EFGS) aufgebaut. Der Dienst sorgt dafür, dass Corona-Tracing-Apps der Mitgliedstaaten grenzüberschreitend funktionieren. Die Telekom-Tochter hat weiterhin bereits das EU-Gateway für Impfzertifikate entwickelt, das unter anderem von der CovPass-App in Deutschland und ähnlichen Anwendungen in anderen EU-Mitgliedstaaten und zahlreichen Nicht-EU-Ländern genutzt wird.

Über den finanziellen Umfang des WHO-Auftrags machte die Telekom keine Angaben. In Deutschland wird die Vergütung für die Entwicklung und den Betrieb insbesondere der Corona-Warn-App kontrovers diskutiert. Kritiker verweisen darauf, dass europäische Nachbarländer zu deutlich geringeren Kosten eine Tracing-App entwickeln konnten als SAP und T-Systems in Deutschland. In den Kosten von bislang schätzungsweise 130 Millionen Euro steckt allerdings auch der aufwendige Betrieb eines Call-Centers zur Betreuung der CWA-Anwender, die ein positives Testergebnis manuell in die App eintragen lassen wollen.

Ähnlich wie bei der CWA sollen die Arbeiten an der Software quell-offen und transparent über die Entwickler-Plattform Github einsehbar sein. Dafür waren SAP und T-Systems zuvor von allen Seiten aus gelobt worden. Die Telekom betonte, das neue Gateway für die WHO entspreche außerdem den strengen Vorschriften der europäischen Datenschutz-Grundverordnung.

Gerret Mehl, Leiter für Digital Health und Innovation bei der WHO, erklärte, Corona betreffe alle. «Die Länder kommen daher nur gemeinsam aus der Pandemie. Fälschungssichere und digital überprüfbare Impfnachweise schaffen Vertrauen.» Die WHO unterstütze die Mitgliedsstaaten daher beim Aufbau nationaler wie regionaler Vertrauens-Netzwerke und Prüftechnologie. «Das Gateway-Angebot der WHO versteht sich auch als Brücke zwischen regionalen Systemen. Es kann auch als Teil künftiger Impfkampagnen und Patientenakten verwendet werden.»

Eine WHO-Sprecherin verwies darauf, dass es derzeit keine globale digitale Lösung für Impfbescheinigungen für Polio und Gelbfieber für internationale Reisen gebe. Hier werde der Impfstatus für internationale Reisende derzeit auf dem papierbasierten Internationalen Impf- und Prophylaxezertifikat (ICVP) erfasst.

(dpa)

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