Letztes Update:
20220211062709

Apotheken weisen Kritik von Ärzten an Corona-Impfungen zurück

06:26
11.02.2022
Die baden-württembergische Apothekerschaft wehrt sich gegen die breite Kritik aus den Reihen der Hausärzte an den am Dienstag gestarteten Corona-Impfungen.

«Ich kann die Ärzteschaft verstehen, dass sie dies mit Argwohn sieht, doch wollen wir ihr nichts wegnehmen», sagte der Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, Martin Braun, den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» (Freitag).

Vielmehr böte man einen niedrigschwelligen Zugang zur Impfung und ergänze das bestehende Impfangebot der Ärzteschaft. Wegen der Flaute an der Impffront herrsche gerade kein großer Run auf die Impfungen in den Apotheken. «So ist die massive Kritik für mich nicht nachvollziehbar – wir müssen zusammenarbeiten, nicht gegeneinander.»

Im Südwesten haben sich bisher 60 von insgesamt 13 500 Apothekern mit einem Impfangebot auf dem Webportal der Kammer registriert. 965 lassen sich schulen, 457 haben die Schulung schon abgeschlossen, berichteten die beiden Blätter weiter. Auch die Präsidentin des Landesapothekerverbandes, Tatjana Zambo, versteht die Kritik «nur bedingt», wie sie sagte. «Wir möchten Kapazitätsgrenzen erweitern und die Ärzteschaft ergänzen.»

Sie sehe eine Chance, Kunden etwa zur Boosterimpfung zu motivieren. «Da können wir ein Impfangebot machen, das die Ärzte eben nicht machen», sagte Zambo. Die Apotheken würden auch erst bei einer weiteren Auffrischungsimpfung gefordert sein. Aber selbst dann erwartet sie nicht, «dass die Apotheken in ganz großem Stil impfen». Dafür hätten sie zu wenig Personal.

Auch Kritik an den Zusatzeinnahmen etwa durch Impfzertifikate, Tests und Masken weist die Kammer zurück. «Die Apotheken hatten einen höheren Umsatz, aber ich bezweifle, dass sich die Ertragslage dadurch signifikant gebessert hat», sagte Braun. «Es sind Einmaleffekte, die nicht nachhaltig sein werden für die Zukunft, sodass das Apothekensterben aus meiner Sicht genauso weitergehen dürfte.» Nach Angaben der Kammer gab es Ende 2021 nur noch 1695 Hauptapotheken und 645 Filialapotheken im Südwesten. Ende 2019, vor der Pandemie, waren es 1798 Haupt- und 616 Filialapotheken.

(dpa)

Land lockert Quarantäne-Regeln für kritische Infrastruktur

04:23
11.02.2022
Das Land Baden-Württemberg will die Quarantäne-Regeln für Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur lockern. Zur kritischen Infrastruktur zählen das Gesundheitswesen, Versorgungseinrichtungen und die Sicherheitsbehörden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, sollen Menschen auf Schlüsselpositionen zurückgeholt werden können, auch wenn sie als enge Kontaktpersonen oder Haushaltsangehörige von Corona-Infizierten eigentlich in Quarantäne bleiben müssten. Sie selbst dürfen aber nicht infiziert sein.

Absondern müssen sich im Fall eines Corona-Falls im engeren Umfeld aber schon jetzt nur ungeimpfte Beschäftigte oder solche, deren zweite Impfung schon länger als drei Monate her ist.

Die Änderung der Corona-Verordnung Absonderung soll an diesem Freitag verkündet werden und am Montag in Kraft treten. Hintergrund für die Maßnahme ist die Sorge, dass etwa Krankenhäuser, Pflegeheime oder Strom- oder Wasserversorger wegen der schnellen Ausbreitung der Omikron-Virusvariante in personelle Engpässe kommen könnten.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden