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Otto steigert Online-Umsatz auch im zweiten Corona-Jahr deutlich

11:57
10.02.2022
Die Hamburger Otto Group hat ihren Online-Umsatz auch im zweiten Corona-Jahr deutlich gesteigert - allerdings mit gebremstem Tempo. Konzernvorstand Sebastian Klauke sprach am Donnerstag von einer erwarteten Normalisierung nach dem stürmischen Wachstum im ersten Corona-Jahr.

Im Ende Februar endenden Geschäftsjahr 2021/22 dürfte der gesamte Online-Umsatz des Handels- und Dienstleistungskonzerns weltweit um rund 10 Prozent auf 11 Milliarden Euro gestiegen sein - nach einem Plus von rund 23 Prozent vor einem Jahr. Allein im deutschen Online-Handel werde Otto voraussichtlich 7,6 Milliarden Euro umsetzen - nach rund 7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie Otto auf Basis erster Prognosen berichtete. Das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres will die Otto Group im Mai veröffentlichen.

Der E-Commerce-Verband BEVH hatte kürzlich berichtet, dass der Bruttoumsatz mit Waren im gesamten E-Commerce in Deutschland im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf 99,1 Milliarden Euro gestiegen ist. Die Zahlen sind allerdings nur eingeschränkt mit den Otto-Zahlen vergleichbar. Wegen des von März 2021 bis Februar 2022 reichenden Berichtszeitraums blenden diese weitgehend das erste Kalenderquartal aus, das im vorigen Jahr stark vom Corona-Lockdown mit entsprechenden positiven Effekten für den Onlinehandel geprägt war.

(dpa)

Ramelow fordert Stufenplan für Infektionsschutzgesetz

11:56
10.02.2022
Für den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) einen Stufenplan im Bundesinfektionsschutzgesetz gefordert. Damit könne in unterschiedlich stark von Infektionen betroffenen Regionen unterschiedlich reagiert werden, sagte Ramelow am Donnerstag in Erfurt. Der Bund müsse die Voraussetzung für klare Maßnahmen schaffen, die widerspruchsfrei in allen Bundesländern umgesetzt werden könnten, forderte der 65-Jährige. Er dränge auf ein «einheitlicheres und ein schlichteres System, das viel stärker auf das Bundesinfektionsschutzgesetz» abstelle.

Ramelow wies darauf hin, dass die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) nicht der Gesetzgeber sei. «Spätestens wenn das Thema Lockerungen kommt, wird es einen Überbietungswettbewerb zwischen den Ländern geben», warnte Ramelow. Die Folge sei ein weiterer Vertrauensverlust der Bürger in die Politik. Daher müsse sich die MPK fragen, welche Rolle sie als Koordinierungsgremium spiele. Die Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

Bereits in einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich Ramelow über das Pandemiemanagement in Deutschland beschwert. «Mich besorgt die Ambivalenz und Widersprüchlichkeit im Pandemiemanagement», schrieb der Linken-Politiker in dem auf den 7. Februar datierten Brief.

Ramelow forderte den Bund auf, zu klären, welche Corona-Maßnahmen im Infektionsschutzgesetz über den 19. März hinaus verlängert werden sollen. «Ich erwarte, dass der Bund Vorgaben macht. Daran werden wir uns halten», sagte der Ministerpräsident, der in Thüringen eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung anführt, die im Parlament keine Mehrheit hat und auf vier Stimmen aus der Opposition angewiesen ist.

Der 19. März ist ein Enddatum für die Corona-Maßnahmen, die im Infektionsschutzgesetz stehen. Der Bundestag müsste diese Maßnahmen also verlängern. In seinem Brief an Scholz betonte Ramelow, er gehe davon aus, dass Regeln wie das Abstandhalten oder die Maskenpflicht auch nach dem 19. März nötig sein werden. Daher sehe er Klärungsbedarf.

(dpa)

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