Japan hat wegen weiter hoher Corona-Neuinfektionszahlen den Quasi-Notstand für Tokio sowie ein Dutzend weiterer Präfekturen bis zum 6. März verlängert. Das beschloss die Regierung von Ministerpräsident Fumio Kishida am Donnerstag. Mit dem zunächst bis 13. Februar angesetzten Quasi-Notstand können Restaurants und Bars aufgefordert werden, früher zu schließen und den Ausschank von Alkohol einzustellen oder zu begrenzen. Er gilt bislang in 36 der 47 Präfekturen.
Ob die Maßnahme außer in Tokio und zwölf weiteren Präfekturen auch in den anderen Regionen verlängert wird, ist offen. Tokio registrierte am selben Tag rund 18 900 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Das waren 1700 Fälle weniger als vor einer Woche.
Die Nummer drei der Weltwirtschaft erlebt wegen der Omikron-Variante die sechste Corona-Welle. Japan verzichtet dennoch schon seit Beginn der Pandemie auf einen Lockdown mit harten Ausgangssperren wie in anderen Ländern. Zugleich gilt aber weiter ein äußerst striktes Einreiseverbot, was auf scharfe Kritik stößt. Das sei «nicht nur eine Belastung für die deutsche Wirtschaft, sondern schadet auch Japans eigener Wirtschaft und seinem internationalen Ruf», beklagte Marcus Schürmann, Geschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK Japan), kürzlich. Das Einreiseverbot behindere Firmen in ihrer Geschäftstätigkeit massiv. Inzwischen gibt es auch auf japanischer Seite Stimmen, die die Abschottung für zu strikt halten.