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Pflegerat für pragmatische Umsetzung von Einrichtungsimpfpflicht

12:50
01.02.2022
Der Deutsche Pflegerat hat sich für eine pragmatische Umsetzung der ab Mitte März greifenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht ausgesprochen und gleichzeitig grundsätzliche Kritik an dem Vorhaben geäußert. Pflegeratspräsidentin Christine Vogler plädierte für eine Risikoabwägung vor Ort durch das jeweilige Gesundheitsamt. «Es bleibt ja gar nichts anderes übrig. Es kann ja nicht ein Gesundheitsamt sagen, wir ziehen die Leute ab. Was machen wir dann mit den Pflegebedürftigen?», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht greift ab 16. März. Laut Infektionsschutzgesetz können die Gesundheitsämter demnach künftig nach einer gewissen Frist ein Tätigkeits- oder Betretungsverbot für Beschäftigte von Kliniken oder Pflegeeinrichtungen aussprechen, wenn diese auch nach Aufforderung keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen oder kein Attest haben, das sie von einer Impfung befreit. Die Ämter kritisieren, dass die Einzelfallprüfung bei ihnen zu weiteren Belastungen führen wird.

Vogler übte grundsätzliche Kritik an der Regelung: «Die Gesellschaft muss begreifen, dass wir uns alle impfen müssen. Das kann nur gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Bei der Gesamtsituation hilft uns die einrichtungsbezogene Impfpflicht überhaupt nicht. Den Fokus auf die Berufsgruppe der Pflegenden zu richten und ihnen den schwarzen Peter zuzuspielen, ist nicht gerechtfertigt.» Stattdessen sollte es ihrer Ansicht nach massive Aufklärungskampagnen und verstärkte Bemühungen für Impfungen geben oder auch eine allgemeine Impfpflicht. Im Pflegerat als Dachverband haben sich große Verbände der Pflegebranche zusammengeschlossen.

(dpa)

Kretschmann will vor Ostern nicht über Corona-Lockerungen reden

12:08
01.02.2022
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht mindestens bis Mitte April keine Chance für das Ende von Corona-Beschränkungen. Eine Debatte über Exitstrategien vor Ostern sehe er überhaupt nicht, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. «Wir brechen keine Debatte über Exitstrategien vom Zaun – das wäre völlig unangemessen und das völlig falsche Signal.» So habe Baden-Württemberg vor kurzem erst Regeln verschärft, sagte er mit Blick auf die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr. Das werde man nicht durch «haltlose Ausstiegsdebatten» konterkarieren. Man sei immer noch in einer dramatischen Situation. Es seien erstmal keine Lockerungen geplant.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt im Südwesten in nur 5 von 44 Stadt- und Landkreisen unter 1000. Auf den Intensivstationen im Land werden derzeit 274 Covid-Erkrankte behandelt. Die Zahl der Corona-Infizierten, die innerhalb einer Woche und pro 100 000 Einwohner in ein Krankenhaus kamen, liegt bei 4,8. Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz Mitte Februar werde man genau beobachten, wie sich die Lage in den Krankenhäusern entwickle, sagte Kretschmann. Es gebe derzeit etwa viele Klagen von überlasteten Arztpraxen, führte Kretschmann an.

(dpa)

Zahl der Sterbefälle in Tschechien 2021 auf Höchststand

11:47
01.02.2022
Auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens sind 2021 so viele Menschen gestorben wie in keinem anderen Jahr seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es wurden mehr als 139 600 Todesfälle registriert, ein Anstieg um acht Prozent gegenüber dem ersten Corona-Pandemiejahr 2020, wie die Statistikbehörde CSU am Dienstag in Prag mitteilte. Am stärksten betroffen war demnach die Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen.

Eine besonders hohe Übersterblichkeit im Vergleich zu den letzten fünf Jahren vor der Pandemie habe sich in den Monaten Januar, Februar, März, November und Dezember gezeigt. Den Angaben zufolge starben insgesamt deutlich mehr Männer als Frauen.

Auf dem Höhepunkt der dritten Corona-Welle im März 2021 hatte das deutsche Nachbarland einen vorübergehenden harten Lockdown mit Bewegungsbeschränkungen verhängt. Nach Meinung mancher Experten kam die Entscheidung aber zu spät. Bei der Impfung gegen Covid-19 hinkt das Land bis heute den westlichen EU-Staaten hinterher. Aktuell sind 63,2 Prozent der Bevölkerung vollständig grundimmunisiert. Rund ein Drittel der Bevölkerung hat zusätzlich eine Auffrischimpfung erhalten.

(dpa)

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