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Vorwürfe gegen US-Impfstoffstudie: Experten beschwichtigen

05:06
04.11.2021
Trotz Vorwürfen von Schlamperei bei der amerikanischen Studie zum Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sehen Experten die Wirksamkeit des Mittels nicht infrage gestellt. Ein Artikel im Fachmagazin «The BMJ» über Unregelmäßigkeiten und Fehler reiche nicht aus, «um an der Qualität der klinischen Studie von Biontech/Pfizer zu zweifeln», sagte Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Universität Tübingen.

Hintergrund sind Informationen einer Whistleblowerin (Hinweisgeberin) gegenüber «The BMJ»: Die Frau hatte im Herbst 2020 für ein Subunternehmen gearbeitet, das im Auftrag von Pfizer einen Teil der Studie zum mittlerweile weltweit eingesetzten Impfstoff durchführte. Sie warf ihrem ehemaligen Arbeitgeber vor, falsche Impfdaten generiert zu haben, weil unter anderem Laborproben falsch etikettiert, der Impfstoff falsch gelagert und Berichten über Nebenwirkungen nur schleppend nachgegangen worden sei.

«Das, was die Whistleblowerin aufgedeckt hat, ist ohne Frage unschön», sagt Experte Kremsner. Doch: «Das ist mir einfach zu wenig. Die Impfdaten wurden schon in zahlreichen Studien bestätigt.»

Ähnlich äußert sich auch Oliver Cornely, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Klinische Studien Köln. «Die im "The BMJ"-Artikel geschilderten Fehler schränken die Aussagekraft der Zulassungsstudie des Impfstoffs nicht ein», erklärt er. Die Untersuchungszentren des Subunternehmens hätten zudem nur 2,3 Prozent der 44 000 Teilnehmer der Studie betreut.

(dpa)

Kapitel

Mittwoch, 3. November

Auch Expertengremium empfiehlt Biontech-Impfung für Kinder in den USA

18:49
03.11.2021
Nach der Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren in den USA hat auch ein Expertengremium der Gesundheitsbehörde grünes Licht gegeben. Der formale Schritt war erwartet worden. Damit kann die Impfkampagne für die etwa 28 Millionen betroffenen Kinder in den USA nun starten.

Eine klinische Studie hat nach Angaben von Biontech/Pfizer gezeigt, dass der Impfstoff für Kinder dieser Altersgruppe «gut verträglich» sei und eine «starke Immunantwort» einen Monat nach der zweiten Dosis hervorrufe. Verglichen mit Erwachsenen und Jugendlichen wurde den Fünf- bis Elfjährigen eine deutlich geringere Dosis des Vakzins verabreicht. Die zweite notwendige Injektion erhielten sie nach 21 Tagen. An der Studie nahmen 2268 Kinder in dem Alter teil.

US-Präsident Joe Biden begrüßte den Schritt als «Wendepunkt in unserem Kampf gegen Covid-19». «Wir haben bereits einen ausreichenden Impfstoffvorrat für jedes Kind in Amerika sichergestellt», hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Für Eltern endeten nun Monate der Sorge um ihre Kinder wegen Corona.

Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sagte, die Auslieferung der Kinder-Impfdosen habe begonnen und bei einigen Praxen und Apotheken könnten bereits jetzt Impftermine für Mädchen und Jungen der Altersgruppe vereinbart werden. Ab der kommenden Woche solle das Impfprogramm für Fünf- bis Elfjährige in vollem Umfang laufen - dann sollten Impfungen an 20 000 Standorten im Land möglich sein, unter anderem in Kinderarztpraxen, Kinderkrankenhäusern und Apotheken. Zients bezeichnete die Zulassung des Impfstoffes für jüngere Kinder als «Meilenstein» im Kampf gegen die Pandemie.

Das Präparat des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer ist in den USA bereits für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und für Erwachsene zugelassen. Die Wirkstoffe von Moderna sowie von Johnson & Johnson dürfen bislang nur bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Auch in Europa haben Biontech und Pfizer eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder beantragt, wie sie Mitte Oktober mitteilten. Demnach übermittelten sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten. Eine Entscheidung der EMA ist vor Weihnachten anvisiert.

(dpa)

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