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Tod eines Covid-Patienten: Arzt aus Essen verurteilt

17:31
03.11.2021
Ein ehemaliger Arzt des Universitätsklinikums Essen ist am Mittwoch wegen Totschlags zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter am Essener Landgericht sind überzeugt, dass der Mediziner einem Covid-19-Patienten aus Holland im November 2020 eine tödliche Dosis Kaliumchlorid verabreicht hat. Der 45 Jahre alte Arzt hatte das im Prozess bestritten. «Wir konnten nichts mehr machen», sagte er den Richtern. Deshalb seien die lebenserhaltenden Geräte in Abstimmung mit den Angehörigen abgestellt worden. Daraufhin sei der 47 Jahre alte Patient gestorben. Medikamente seien nur gegeben worden, um den Sterbevorgang abzumildern. Das sahen die Richter jedoch anders. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

«Sie haben die Angehörigen angelogen, in dem Sie ihnen gesagt haben, dass der Sterbeprozess unmittelbar bevorsteht», sagte Richter Jörg Schmitt bei der Urteilsbegründung an die Adresse des Angeklagten. Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens hatte in ihrem Plädoyer von aktiver Sterbehilfe gesprochen. Das sei strafbar. Für sie stehe fest, dass der Angeklagte Leiden verkürzen wollte. «Wahrscheinlich, weil er überfordert war.»

Ein Krankenpfleger hatte damals Alarm geschlagen. Bei einer Befragung im Klinikum hatte der Angeklagte die Gabe einer Überdosis Kaliumchlorid laut Urteil auch zugegeben. «Sie haben Ihren Kollegen gesagt, dass Sie das Leid des Patienten beenden wollten», so Schmitt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

(dpa)

Gesundheitsminister beraten über Corona-Kurs für den Winter

17:30
03.11.2021
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten ab Donnerstag (16.00 Uhr) in Lindau am Bodensee über den weiteren Kurs im Kampf gegen das Coronavirus. Diskutiert werden soll auf der zweitägigen Gesundheitsministerkonferenz unter anderem, wie mehr Menschen zu Auffrischungsimpfungen bewegt werden können. Auch eine Testpflicht in Pflegeheimen ist ein Thema der Gespräche.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch seinen Appell zu mehr Auffrischungsimpfungen bekräftigt, um schon länger zurückliegende Impfungen zu verstärken. Aus seiner Sicht reicht das Tempo beim «Boostern» nicht. Daher sollten alle Länder alle Menschen ab 60 Jahren anschreiben und darauf hinweisen. Strittig war zuletzt, ob die Länder für Booster-Impfungen auch die regionalen Impfzentren wieder aktivieren sollen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich zuletzt nahezu wöchentlich in Videoschalten ausgetauscht. In Lindau soll nun vor Ort beraten werden, die Beschlüsse sollen am Freitag (13.00 Uhr) bei einer Pressekonferenz verkündet werden.

(dpa)

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