Letztes Update:
20211008084157

Italien: Kinos, Theater und Konzertsäle dürfen wieder voll öffnen

08:41
08.10.2021
Italien hebt die Zuschauerbeschränkungen für kulturelle Veranstaltungen weitgehend auf. Von Montag an dürfen Kinos, Theater, Konzerthallen und andere Unterhaltungsbetriebe wieder zu 100 Prozent ausgelastet werden. Das entschied das Kabinett von Ministerpräsident Mario Draghi nach einer Sitzung am Donnerstagabend.

Voraussetzung für die vollständige Öffnung sei aber, dass die jeweilige Region in der Corona-Infektions-Skala «weiß», also auf der niedrigsten Stufe, ist. Vom Wochenende an dürfte dies auf alle Regionen des Landes zutreffen. Zudem müssen Gäste den «Grünen Pass» haben, der eine Impfung, Genesung oder einen Covid-Test nachweist.

Zuletzt hatten bereits Museen wieder ohne Kapazitätsbeschränkungen geöffnet - dort fällt künftig auch die Abstandsregel von einem Meter weg. Diskotheken dürfen im Innenbereich 50 Prozent und im Außenbereich 75 Prozent der Besucher zulassen; damit ging die Regierung sogar weiter als die eigene Expertenkommission, die zuletzt nur 35 respektive 50 Prozent vorgeschlagen hatte. Für Sportstadien wurde die geplante Outdoor-Auslastung von 75 Prozent bestätigt, in geschlossenen Hallen dürfen 60 Prozent der Plätze belegt werden.

(dpa)

Studie: Corona-Lockdown macht Kinder psychisch krank

08:08
08.10.2021
Die Politik der Corona-Lockdowns hat einer aktuellen Studie zufolge weltweit zu deutlich mehr Erkrankungen bei Kindern geführt. Das berichtete die Hilfsorganisation Save the Children am Freitag unter Berufung auf Daten des «Oxford Covid-19 Government Response Trackers». Zugenommen hätten Fälle von Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit und sogar Selbstgefährdung. Berücksichtigt wurden die Umfrageergebnisse von mehr als 13 000 Kindern in 46 Ländern.

83 Prozent der Kinder berichteten den Angaben zufolge über einen Anstieg von negativen Gefühlen aufgrund der Pandemie. Diese Gefühle zeigten sich bei der Mehrheit der Kinder (96 Prozent) weitaus stärker, nachdem Schulen bereits über 17 Wochen geschlossen waren. In den Industrieländern blieben bis zu 50 Prozent der psychischen Erkrankungen unbehandelt, in den Entwicklungsländern seien es sogar zwischen 76 Prozent und 85 Prozent.

Marie Dahl, Leiterin des Bereichs psychische Gesundheit von Save the Children, sagte, die Corona-Maßnahmen seien wichtig, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Aber soziale Isolation könne bei Kindern Angst und Depressionen hervorrufen. «Wird hier nicht reagiert, kann es zu Langzeitfolgen kommen - selbst wenn die Beschränkungen aufgehoben werden.»

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 hätten Kinder im Durchschnitt an 184 Tagen unter gesetzlichen Schließungen oder Einschränkungen gelebt, hieß es weiter. In einkommensstarken Ländern wie Kanada mussten einige Kinder insgesamt 13 Monate (402 Tage) lang zu Hause zu bleiben, wie es weiter hieß. In Europa waren es im Durchschnitt neun Monate. In Indien verbrachten Kinder mindestens 100 Tage zu Hause.

Aber auch die Unregelmäßigkeit des Online-Unterrichts habe gestörte Routinen zur Folge, wie Save the Children anlässlich des Welttages für psychische Gesundheit am Sonntag berichtete. Das wirke sich auch auf soziale Interaktionen und ihren Schlaf und somit das Wohlbefinden der Kinder aus. Alle Regierungen seien aufgefordert, der psychischen Gesundheit und dem geregelten Lernen von Kindern während und nach der Covid-19-Pandemie Priorität einzuräumen und in sie zu investieren.

(dpa)

Möchten Sie alle externen Inhalte laden?
Datenschutzerklärung
Inhalt laden