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Neuseeland: Weiterer Landesteil nach einem Corona-Fall im Lockdown

07:11
08.10.2021
In Neuseeland wird ein weiterer Landesteil nach der Bestätigung eines einzelnen Corona-Falls unter Lockdown gestellt. In Northland, nördlich der Großstadt Auckland an der Spitze der Nordinsel, war zuvor eine Person positiv auf das Virus getestet worden, wie der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Freitag sagte. «Es ist extrem wichtig, dass wir einer potenziellen Ausbreitung vorbeugen, umfangreich testen und die Bemühungen zur Kontaktverfolgung fortsetzen», betonte der Politiker.

Geschäfte müssten auf kontaktlosen Handel umstellen, Bildungszentren würden schließen, sofern sie wegen der Schulferien nicht ohnehin geschlossen seien. Die Maßnahmen sollen zunächst bis zum Wochenbeginn gelten. Hipkins forderte die Bevölkerung auf, sich dringend impfen zu lassen und nicht länger zu warten. Bisher sind nur rund 53 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Für die größte Stadt Auckland wurden schon im August Einschränkungen verhängt, nachdem damals ein einziger Corona-Infektionsfall entdeckt worden war. Die Stadt galt als Hochburg des damaligen Ausbruchs der Delta-Variante in dem Pazifikstaat. Mittlerweile wurde dort mit sinkenden Zahlen etwas gelockert. Am Montag wurden aber in Gebieten außerhalb der Metropole wegen mehrerer Fälle wieder strengere Beschränkungen verhängt.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Es verfolgte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Zuletzt musste Ministerpräsidentin Jacinda Ardern aber eingestehen, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist. Bislang wurden rund 4500 Infektionsfälle bestätigt, 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

(dpa)

Grünen-Experte: Gratistests verlängern und mit Impfberatung verbinden

06:38
08.10.2021
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat das nahende Aus der kostenlosen Corona-Schnelltests für alle kritisiert und schlägt stattdessen eine Verknüpfung mit der Impfkampagne vor. «Wer eine Impfberatung annimmt, sollte im Gegenzug einen Gratistest bekommen», sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Das Ende der kostenlosen «Bürgertests» komme zu früh. «Ohne Gratistests werden wir weniger Testergebnisse bekommen, mehr Infektionen werden unerkannt bleiben», warnte Dahmen. «Wir laufen in eine Schattenpandemie.»

Schnelltests müssen ab diesem Montag meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter zwölf Jahren. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang März finanzierte Angebot für kostenlose «Bürgertests» für alle enden soll. Da kostenlose Impfungen für alle möglich seien, sei eine dauerhafte Übernahme der Testkosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zu Begründung.

Dahmen mahnte: «Die Pandemie ist nicht vorbei.» Die Impfkampagne stagniere, und die Inzidenz habe sich bei mehr als 60 gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen eingependelt. «Wir sollten der Kehrtwende Österreichs folgen und die Gratistests noch einmal verlängern», sagte der Grünen-Politiker.

(dpa)

So steht es um die Corona-Lage an Schulen und Kitas

06:27
08.10.2021
Seit August hat es nach Beobachtung des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben. Die übermittelte Häufigkeit von Ausbrüchen steige in diesem Jahr etwa zwei Monate früher an als im Vorjahr, geht aus dem Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend hervor. Demnach wurden für die vergangenen vier Wochen 201 Kita- und 481 Schulausbrüche übermittelt. Die jüngste Entwicklung, insbesondere der vergangenen zwei Wochen, lasse sich noch nicht gut bewerten, hieß es vor dem Hintergrund möglicher Nachmeldungen.

«Beim ansteigenden Trend der Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die ausgeweiteten Testaktivitäten und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante eine Rolle», erläutern die Autoren zu den Zahlen. Fälle, darunter auch solche ohne Krankheitssymptome, würden frühzeitig erkannt.

An Kitas steckten sich durchschnittlich fünf Menschen pro Ausbruch an, an Schulen vier. Vereinzelt gebe es aber an beiden Arten von Einrichtungen größere Ausbrüche mit mehr als zehn Ansteckungen. Ab zwei Infizierten an einer Einrichtung wird dies als Ausbruch definiert.

Bei den Schulausbrüchen würden überwiegend Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 14 Jahren bekannt, hieß es. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche bei den 10- bis 14-Jährigen am höchsten von allen Altersgruppen: mit 178 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Bei Kindern im Grundschulalter (5 bis 9 Jahre) lag der Wert bei 142. Bei Menschen ab 50 Jahren waren die Inzidenzen niedriger als 50.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Mittwoch in Berlin bekräftigt, dass nach RKI-Empfehlung die Maßnahmen zum Infektionsschutz an Kitas und Schulen - ebenso wie in Alten- und Pflegeheimen - bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten werden sollten. Wieler sagte: «Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen.» Mehrere Bundesländer hatten zuletzt die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben.

Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland gibt das RKI im Bericht für vergangene Woche mit 52 an. Das Institut spricht von einem deutlichen Rückgang solcher Ausbrüche insbesondere wegen Impfungen und Hygienemaßnahmen.

Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Covid-19-Impfstoff. In dieser Gruppe sind schwere Verläufe zwar viel seltener als bei älteren Menschen. Wieler wies aber zum Beispiel auf das mögliche Risiko von Langzeitfolgen der Infektion hin. Es liege in der Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger, diese Gruppe zu schützen, sagte Wieler. «Dazu gehört auch, dass alle, die es können, die mit den Kindern umgehen, sich impfen lassen gegen Covid-19 und auch die anderen Maßnahmen einhalten.»

(dpa)

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