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Dienstag, 26. Oktober

Intensivmediziner: 4000 Intensivbetten weniger seit Jahresbeginn

08:13
26.10.2021
Deutschland hat seit Jahresbeginn nach Angaben von Medizinern etwa 4000 Intensivbetten verloren. Grund dafür sei, dass viele Pflegekräfte wegen der Belastungen ihren Beruf beendet oder ihre Arbeitszeit reduziert hätten, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Dienstag bei «MDR Aktuell».

Man werde zwar alle Covid-19-Patienten versorgen können. «Aber wenn die Zahlen wieder deutlich nach oben gehen, werden wir wieder Operationen absagen. Das ist natürlich nicht das, was wir wollen.»

Mit etwa 1600 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sei die Lage derzeit bewältigbar, sagte Marx weiter. Man wisse aber, dass sich das Virus im Herbst und Winter wieder ausbreiten wird. Entsprechend rechne man mit einer Zunahme im Winter. «Das macht uns schon Sorge.» Bereits am Donnerstag hatte die Divi mitgeteilt, derzeit seien 22 207 Intensivbetten als betreibbar gemeldet, zu Jahresbeginn seien es 26 475 gewesen.

Mit Blick auf das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angepeilte Auslaufen der Corona-Notlage in Deutschland sagte Marx: «Es gibt schon ein hohes Risiko, dass die Geschwindigkeit der Infektionen sich deutlich erhöhen kann.»

Daher brauche es auf jeden Fall entsprechende Maßnahmen. Diese müssten politisch entschieden werden. Die wichtigsten Maßnahmen, die die Bürger umsetzen könnten, seien nach wie vor «Impfen, Abstand, Hygieneregeln».

(dpa)

Corona-Krise belastet mittelständische Firmen auch in diesem Jahr

08:12
26.10.2021
Nach milliardenschweren Umsatzausfällen 2020 hinterlässt die Corona-Krise auch im laufenden Jahr tiefe Spuren bei Deutschlands Mittelständlern.

Jedes dritte Unternehmen erwartet weitere Umsatzrückgänge, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Befragung der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Es wäre den Angaben zufolge das erste Mal seit Erhebung des KfW-Mittelstandspanels 2003, dass die Erlöse zwei Jahre in Folge sinken.

Dennoch ist der Mittelstand in seiner Gesamtheit nach Einschätzung der KfW bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. «Dank ihrer soliden, in den Jahren zuvor aufgebauten Eigenkapitalausstattung und ihrer Fähigkeit, schnell und flexibel auf die veränderten Anforderungen in der Krise zu reagieren, sind die kleinen und mittelgroßen Unternehmen trotz empfindlicher Umsatzrückgänge einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen», resümierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Geschäftsschließungen, Kontaktverbote, Hygienevorschriften oder Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hinterließen allerdings Spuren. Nach KfW-Berechnungen verringerte sich der Umsatz der kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland in Summe im vergangenen Jahr um 277 Milliarden Euro oder rund 6 Prozent auf 4349 Milliarden Euro.

Die Einschnitte waren der KfW zufolge zwar heftig, aber im Vergleich zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 überschaubar. Das gelte auch für die Beschäftigung: Der Stellenabbau im Mittelstand sei moderat geblieben.

Einige Mittelständler profitierten durch die Verlagerung von Konsum sogar von der Krise: vor allem der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Onlinehandel, Lieferdienste, die Pharmaindustrie sowie Onlinedienste und Softwareunternehmen.

Zudem machte die Krise Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis maximal 500 Millionen Euro erfinderisch: Anpassungen bei Geschäftsmodellen und vor allem ein starkes Wachstum von digitalen Vertriebskanälen erwiesen sich vielfach als Rettungsanker und verhinderten nach Beobachtung der KfW-Ökonomen Schlimmeres.

Die Krise ist allerdings noch nicht ausgestanden: Jeder dritte Mittelständler (36 Prozent) geht der KfW-Umfrage zufolge davon aus, dass seine Umsätze im laufenden Jahr unter dem Vorjahresniveau liegen werden. Im Durchschnitt erwarten diese Unternehmen einen Rückgang um rund ein Fünftel. 41 Prozent der Firmen rechnen mit einer stabilen Entwicklung, 11 Prozent gehen von steigenden Erlösen aus.

Trotz der Erlösrückgänge im vergangenen Jahr waren die kleineren und mittleren Unternehmen den Angaben zufolge in Summe profitabel. Die Umsatzrendite - das Verhältnis von Gewinn zum Umsatz - sei 2020 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht gesunken. Die Förderbank führt dies vor allem auf die staatlichen Hilfen in der Pandemie zurück.

(dpa)

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