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Proteste in Bulgarien gegen 3G-Regel

13:32
20.10.2021
In Bulgarien haben trotz steigender Corona-Zahlen Gegner der geplanten 3G-Regel gegen die Einführung von Corona-Zertifikaten als Zutrittsberechtigung protestiert. Die neuen Maßnahmen seien diskriminierend für Menschen ohne «grüne Zertifikate», erklärten Demonstranten vor dem Gesundheitsministerium in Sofia. Die Interims-Minister für Gesundheit und für Bildung, Stojtscho Kazarow und Nikolaj Denkow, wurden vor dem Regierungssitz von Demonstranten umzingelt. Proteste gab es auch in anderen Städten wie etwa Warna und Burgas am Schwarzen Meer. Demonstranten sowie mehrere Parteien forderten den Rücktritt von Gesundheitsminister Kazarow.

Wegen der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen soll in dem EU-Land ab Donnerstag die 3G-Regel für den Besuch etwa von Restaurants, Fitnesszentren, Einkaufsmalls, Kinos und Museen gelten. Der Zutritt wird dann nur mit Zertifikaten für Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene möglich sein. Der Verband der Gaststättenbetreiber kündigte einen Boykott der 3G-Regel sowie Proteste an, weil Lokale massenhaft pleite gehen würden.

Nach Bekanntgabe der 3G-Regel bildete sich vor einem großen Krankenhaus der Hauptstadt Sofia eine lange Warteschlange von Impf-Willigen. Mit rund 20 Prozent vollständig gegen Covid-19 Geimpften ist Bulgarien Schlusslicht in der EU. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Mittwoch auf 329,9 pro 100 000 Menschen. In Deutschland lag sie bundesweit bei 80,4. Zuletzt wurden in dem südosteuropäischen Land mit 6,9 Millionen Einwohnern 4957 Corona-Neuinfektionen nachgewiesen.

(dpa)

Hohe Corona-Zahlen: Putin ordnet arbeitsfreie Tage in Russland an

12:59
20.10.2021
Angesichts dramatisch hoher Corona-Infektionszahlen hat Russlands Präsident Wladimir Putin ab Ende Oktober eine arbeitsfreie Woche in seinem Land angeordnet. Bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Videoschalte stimmte Putin am Mittwoch einem entsprechenden Vorschlag von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa zu. Vom 30. Oktober bis zum 7. November sollen Arbeitnehmer in ganz Russland demnach zuhause bleiben, ihren Lohn aber weitergezahlt bekommen. Regionen, in denen die Lage besonders schlimm ist, können den Zeitraum demnach auch erweitern.

Mit arbeitsfreien Tagen hatte Putin bereits zu Beginn der Pandemie versucht, die Corona-Situation in den Griff zu bekommen. Besonders aus der Wirtschaft kam Kritik, dass die Krise auf ihrem Rücken ausgetragen werde.

Russland hat in den vergangenen Wochen immer neue Höchstwerte bei den Corona-Zahlen verzeichnet. Am Mittwoch wies die Statistik 1028 Corona-Tote binnen 24 Stunden aus - so viele wie noch nie zuvor. Im selben Zeitraum wurden mehr als 34 000 Neuinfektionen gezählt.

In 27 der insgesamt 85 russischen Regionen seien in den Krankenhäusern mittlerweile mehr als 90 Prozent der Corona-Betten belegt, sagte Vize-Regierungschefin Golikowa. Einem Bericht der Tageszeitung «Kommersant» zufolge sind mancherorts sogar alle für Corona-Patienten vorgesehenen Betten belegt.

Putin beklagte auch die «leider bislang nicht hohe» Impfquote im Land. In flächenmäßig größten Land der Erde, das über mehrere eigene Vakzine verfügt, sind viele Menschen weiterhin skeptisch. Erst knapp ein Drittel der insgesamt 146 Millionen Russen ist offiziellen Angaben zufolge vollständig geimpft.

(dpa)

Südwest-Industrie investiert im Corona-Jahr 2020 deutlich weniger

12:31
20.10.2021
Die Industrie im Südwesten hat im Corona-Jahr 2020 deutlich weniger in Ausrüstungsgüter und Immobilien investiert als zuvor. Es gab im Vorjahresvergleich einen Einbruch um 17,8 Prozent auf 12 Milliarden Euro, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart berichtete.

Ein Minus dieser Größenordnung gab es demnach zuletzt im Jahr 2009. Damals hatte die Wirtschafts- und Finanzkrise weltweit für Turbulenzen gesorgt. In der für den Südwesten wichtigen Auto- und Autoteileindustrie habe der Rückgang bei den Investitionen sogar 31 Prozent betragen, so die Südwest-Statistiker. Angaben zu einem Trend im laufenden Jahr machten sie nicht.

(dpa)

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