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Mittwoch, 8. September

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel wieder rückläufig

18:28
08.09.2021
In Israel ist rund sechs Wochen nach Beginn der Drittimpfungen gegen das Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen wieder rückläufig. Es seien 6780 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Es wurde am jüdischen Neujahrsfest allerdings auch etwas weniger getestet als an gewöhnlichen Wochentagen. Die Zahl der Schwerkranken blieb mit 678 stabil.

Seit Ende August war die Zahl der Neuinfektionen in Israel mehrmals über 11 000 geklettert - mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Schwerkranken liegt aber etwa bei der Hälfte des Wertes von Januar.

Experten betonen, der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei weiterhin wirksam bei der Verhinderung von schweren Erkrankungen und Todesfällen. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner ist die Zahl der Corona-Erkrankungen in Israel in allen Altersgruppen unter den Ungeimpften um ein Vielfaches höher als unter den Geimpften. Dies gilt besonders für Schwerkranke über 60.

Laut den neuen Angaben sind etwa unter den über 60 Jahre alten Schwerkranken - hochgerechnet auf 100 000 - 154,1 nicht geimpft, 41,1 zweimal geimpft und fünf dreimal geimpfte. Der israelische Experte Ran Balicer schrieb in dieser Woche bei Twitter, die meisten der schweren Verläufe seien inzwischen bei Nichtgeimpften. «Und dies, obwohl die Nichtgeimpften unter den älteren Israelis eine kleine Minderheit sind.» Die Zahlen wiesen auch darauf hin, dass die dritte Impfung effektiv schütze.

Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen Corona, knapp 29 Prozent der rund 9,4 Millionen Bürger haben diese bereits erhalten. Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Mehr als 59 Prozent der Bürger sind zweimal geimpft.

(dpa)

WHO-Chef greift Pharmaindustrie wegen Bevorzugung reicher Länder an

16:56
08.09.2021
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Prioritäten von Pharmaherstellern bei der Verteilung von Covid-Impfstoffen kritisiert. Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte damit am Mittwoch auf eine Mitteilung des internationalen Branchenverbandes IFPMA, wonach reiche Staaten jetzt über so viele Impfdosen verfügen, dass Dosen an ärmere Staaten abgeben könnten, ohne ihre eigenen Impfkampagnen einzuschränken. «Ich war entsetzt, als ich das gelesen habe», sagte Tedros in Genf. Es sei schon seit langem genug Impfstoff für reiche und arme Länder da.

Laut WHO sind bislang 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen erfolgt. Noch kein einziges armes Land hat eine Impfrate von zehn Prozent erreicht.

«Wir haben Gleichbehandlung von Beginn an eingefordert - nicht erst, wenn die reichsten Länder versorgt sind», sagte Tedros bei einer Pressekonferenz. «Solange die Firmen und Länder, die das globale Angebot kontrollieren, denken, dass sich die Armen der Welt mit Überresten zufrieden geben sollen, werde ich nicht schweigen.»

Tedros sprach sich erneut gegen Auffrischungs-Impfungen aus. Durch ein Aussetzen dritter Impfungen könnten Menschen in allen Länder schneller vor Covid-19 geschützt werden, sagte er.

(dpa)

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