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Mutige Gründer: Mehr neue Betriebe als vor der Corona-Krise

06:37
12.08.2021
Im ersten Halbjahr sind in Deutschland 13,1 Prozent mehr wirtschaftlich bedeutsame Betriebe gegründet worden als in der coronageprägten ersten Jahreshälfte 2020. Die 65 600 neuen Firmen bedeuteten auch eine Steigerung von 2,5 Prozent zum Vorkrisenniveau im ersten Halbjahr 2019, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete.

Eine höhere wirtschaftliche Bedeutung nehmen die Statistiker unter anderem an, wenn die Betriebe von juristischen Personen oder Handwerkern gegründet werden oder auch Angestellte haben. Davon abgegrenzt sind Kleinunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind und von Nicht-Kaufleuten geführt werden. Hier fielen die Zahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 (minus 1,0 Prozent) und erst recht gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019 (minus 21,9 Prozent).

Einen Boom erlebten hingegen die Nebenerwerbsbetriebe, von denen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 176 500 neu gegründet wurden. Das waren 26 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2020 und 27,5 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Besonders hoch war der Anstieg laut Statistikamt bei Post- und Kurierdiensten sowie bei der Möbelherstellung.

(dpa)

Ifo: Steigender Fachkräftemangel auch in Lockdown-Branchen

06:36
12.08.2021
Der Fachkräftemangel in Deutschland trifft mittlerweile auch die seit Beginn der Corona-Krise von Zwangsschließungen getroffenen Branchen. Im Juli klagte mehr als ein Drittel der deutschen Firmen über Fachkräftemangel, insgesamt 34,6 Prozent, wie aus der vierteljährlichen Unternehmensumfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. Das sei der höchste Wert seit dem Frühjahr 2018. «Da die Konjunktur nach den Corona-Öffnungen angezogen hat, haben Firmen inzwischen Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern», sagte Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe am Donnerstag.

Zugenommen hat der Fachkräftemangel demnach auch in Branchen, die von den Corona-Lockdowns besonders hart getroffen wurden, darunter Einzelhandel, Hotels und Personalvermittler. So hat sich im Einzelhandel die Zahl der Firmen, denen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, innerhalb von drei Monaten von knapp 16 auf über 30 Prozent fast verdoppelt. Am stärksten betroffen vom Fachkräftemangel sind demnach die Personalvermittler, bei denen über drei Viertel der Unternehmen über Mangel klagten. An zweiter und dritter Stelle folgen die Hotellerie mit 56 Prozent und Speditionen mit 54,6 Prozent.

(dpa)

Studie: Corona-Krise dürfte Grundsteuererhöhungen auslösen

06:36
12.08.2021
Die Corona-Krise dürfte weitere Erhöhungen der Grundsteuer in deutschen Kommunen auslösen. Diese Erwartung äußerte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) in einer am Donnerstag verbreiteten Studie.

«Allzu viele Möglichkeiten, ihre Einnahmesituation zu verbessern, haben die Kommunen nicht», erklärte Mattias Schneider, Leiter des Bereichs Government & Public Services bei EY. «Die Grund- und die Gewerbesteuer sind die wichtigsten eigenen Einnahmequellen der Kommunen.» Wer nicht wolle, dass wichtige Gewerbesteuer-Zahler abwanderten, werde zunächst die Grundsteuer heraufsetzen, meinte der Experte.

Grund- und Gewerbesteuer können von Städten und Gemeinden selbst über die sogenannten Hebesätze festgelegt werden. Die Gewerbesteuer müssen Unternehmen zahlen - wie hoch sie ist, ist auch ein wichtiger Standortfaktor. Die Grundsteuer - in diesem Fall die Grundsteuer B - wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und von Eigentümern bezahlt - oder auf Mieter umgelegt.

Zwischen 2014 und 2019 sei der Anteil der Kommunen, die den Grundsteuer-Hebesatz erhöhten, gesunken, heißt es in der Studie. Im Corona-Jahr 2020 erhöhte sich dieser Anteil jedoch um einen Punkt auf zehn Prozent. Für die kommenden Jahre erwartet Schneider einen weiteren Anstieg.

In Nordrhein-Westfalen war die durchschnittliche Grundsteuer-Belastung mit 212 Euro pro Bürger für ein Flächenland besonders hoch. In Bayern kamen die Menschen günstiger weg - im Schnitt wurden 139 Euro fällig. In Brandenburg waren es demnach nur 108 Euro. Bundesweit lag der Durchschnittsbetrag bei 172 Euro, das waren drei Euro mehr als im Vorjahr.

(dpa)

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