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Gewaltsame Proteste gegen Corona-Politik in Thailand

06:57
12.08.2021
In Thailands Hauptstadt Bangkok mehren sich die Proteste gegen die Corona-Politik der Regierung. Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch gab es trotz eines Verbots öffentlicher Versammlungen teils gewalttätige Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmern, wie die Zeitung «Bangkok Post» am Donnerstag meldete. Insgesamt seien an beiden Tagen mehr als 60 Teilnehmer festgenommen worden, darunter auch rund ein Dutzend Minderjährige, teilte die Polizei mit.

Die Demonstrierenden, die den Rücktritt von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha fordern, setzten unter anderem ein Polizeifahrzeug in Brand und warfen Feuerwerkskörper und Brandsätze auf die Polizisten. Die Einsatzkräfte reagierten mit Gummigeschossen und Tränengas. Mindestens elf Beamte seien bei Zusammenstößen verletzt worden, sagte Polizeisprecher Krisana Pattanacharoen.

Die Aktionen richten sich vor allem gegen die finanziellen Folgen des strengen Corona-Lockdowns in vielen Landesteilen und die schleppende Impfkampagne. Bisher sind in dem südostasiatischen Land nur 6,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Viele erhalten das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac, das laut Experten nur begrenzt wirksam sein soll.

Die täglichen Neuinfektionen steigen derweil - speziell in Bangkok - immer weiter. Am Donnerstag verzeichnete das Land eine Rekordzahl von mehr als 22 700 neuen Fällen. Thailand war im vergangenen Jahr noch sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen, kämpft aber seit April gegen eine schwere Welle.

2020 hatten teilweise Zehntausende für mehr Demokratie demonstriert. Sie forderten unter anderem eine neue Verfassung und eine Reform der Monarchie. Jedoch waren die Proteste im Zuge der steigenden Corona-Zahlen und des harten Vorgehens der Behörden gegen Aktivisten seit Ende letzten Jahres abgeflaut.

(dpa)

Corona-Krise: Hilfsorganisationen fordern Not-Abgabe für Milliardäre

06:37
12.08.2021
Oxfam und andere Hilfsorganisationen fordern die Regierungen weltweit auf, Superreiche zur Bewältigung der Corona-Krise stärker zur Kasse zu bitten. Mit einer einmaligen Vermögensabgabe von 99 Prozent auf Gewinne, die Milliardärinnen und Milliardäre während der Pandemie gemacht haben, ließen sich Corona-Impfungen für alle Menschen finanzieren - und überdies jedem Arbeitslosen weltweit ein Zuschuss von 20 000 US-Dollar (rund 17 000 Euro) gewähren, hieß es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag.

Die einmalige Steuer würde 5,4 Billionen US-Dollar in die öffentlichen Kassen spülen, habe eine Analyse ergeben. Die derzeit 2690 Milliardärinnen und Milliardäre wären zusammen dann immer noch 55 Milliarden US-Dollar reicher als vor dem Virusausbruch. Sie verfügten demnach Ende Juli zusammen über ein Nettovermögen von 13,5 Billionen US-Dollar - acht Billionen mehr als zu Beginn der Pandemie. Beteiligt an der Analyse waren neben Oxfam die Allianz Fight Inequality, das Institute for Policy Studies und die Initiative Patriotic Millionaires.

Der Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland, Tobias Hauschild, erklärte: «Regierungen lassen es zu, dass eine Handvoll Superreicher obszönen Reichtum anhäuft, während Milliarden Menschen um ihre Existenz kämpfen und keinen Zugang zur rettenden Covid-19-Impfung haben.» Allein Amazon-Gründer Jeff Bezos könne mit seinem Reichtum persönlich dafür sorgen, dass ausreichend Impfstoff für alle Menschen auf der Welt vorhanden sei. «Doch er gibt sein Geld lieber für einen aufregenden Flug ins All aus.» Die Corona-Krise hat laut Oxfam mehr als 200 Millionen Menschen in die Armut getrieben.

Auch in Deutschland müsse mehr getan werden, damit Reiche ihren fairen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisteten, forderte Hauschild. «Die nächste Bundesregierung muss daher die Wiedereinführung der Vermögenssteuer für sehr Reiche vereinbaren und eine Vermögensabgabe für Millionen- und Milliardenvermögen prüfen.»

(dpa)

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