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Corona-Pandemie sorgt für höheren Trinkwasserverbrauch

10:22
12.04.2021
Der Wasserverbrauch in privaten Haushalten ist in Deutschland im vergangenen Jahr nach ersten Schätzungen deutlich gestiegen. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag nach einer vorläufigen Bestandsaufnahme mitteilte, konsumierte jeder Einwohner im Jahr 2020 im Schnitt 129 Liter Trinkwasser - und damit vier Liter mehr als im Vorjahr.

Hauptgrund für den sichtbaren Mehrgebrauch der Haushalte seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer: «Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und ausgefallene Reisen haben dazu geführt, dass die meisten Bürger deutlich mehr Zeit zu Hause verbrachten und dort entsprechend mehr Wasser gebrauchten.» Gleichzeitig hätten gestiegene Hygienebedürfnisse, zum Beispiel häufigeres und längeres Händewaschen zur Vorbeugung von Infektionen, den Wasserverbrauch erhöht. Außerdem habe ein trockenes Frühjahr 2020 dazu geführt, dass mehr Wasser zur Gartenbewässerung zum Einsatz gekommen sei.

Anders als bei den privaten Haushalten sank nach BDEW-Schätzungen der Trinkwasserverbrauch in kleineren Geschäften und Dienstleistungen. Den Rückgang führt der Verband auf die zwischenzeitlichen Schließungen im Zuge der Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung zurück. Dieser habe «den deutlichen Mehrgebrauch bei den Haushalten» jedoch bei weitem nicht ausgeglichen, hieß es weiter.

Trotz des Anstiegs im vergangenen Jahr ist der durchschnittliche Wasserverbrauch in den vergangenen rund 30 Jahren deutlich gesunken: Im Jahr 2020 lag er rund zwölf Prozent niedriger als noch im Jahr 1990, in dem 147 Liter pro Person pro Tag in Anspruch genommen wurden. «Ob der Trend beim Wassergebrauch langfristig wieder nach oben geht oder der Anstieg im vergangenen Jahr nur ein coronabedingter Ausreißer war, bleibt abzuwarten», bilanzierte Weyand.

(dpa)

DOSB-Chef Hörmann: Nur mit Impfung «guten Gewissens» nach Tokio

10:21
12.04.2021
DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht eine Impfung aller impfwilligen deutschen Teilnehmer als Grundlage für die Reise eines Teams zu den Sommerspielen nach Tokio. Nur in diesem Fall könne der Deutsche Olympische Sportbund «guten Gewissens die Mannschaft nach Tokio entsenden», sagte Hörmann im NDR-«Sportclub» am Sonntagabend. Der 60-Jährige zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass trotz des zunächst schleppenden Impftempos nun auch die Sportlerinnen und Sportler bald an die Reihe kommen. «Wir gehen davon aus, dass alle Athletinnen und Athleten und selbstverständlich auch alle Betreuer rechtzeitig eine Impfung erhalten werden», sagte Hörmann.

Dies sei auch dringend notwendig. Das Infektionsrisiko werde für die deutschen Sportler «von Woche zu Woche größer». Allein im März haben sich Hörmann zufolge 35 deutsche Spitzenathleten mit Corona infiziert. Daher fordert der DOSB-Chef das Internationale Olympische Komitee und Gastgeber Japan zu strengen Corona-Maßnahmen für die Tokio-Spiele auf. «Nur dann, wenn wir überzeugt sind, die Mannschaft gesund nach Japan zu bringen und wieder zurück, kann man letztlich an den Spielen teilnehmen», sagte Hörmann.

Er sei zwar «guten Mutes» für ein schlüssiges Gesamtkonzept für die um ein Jahr verschobenen Sommerspiele und wolle nicht über eine kurzfristige Olympia-Absage spekulieren. Aber Hörmann sagte auch: «Wenn wir mit diesem guten Gewissen nicht ins Flugzeug steigen könnten in einigen Monaten, dann wäre wohl ein schwieriger Punkt erreicht.»

In der «Welt am Sonntag» hatte Hörmann zuletzt eine Größenordnung von 2000 Team-Mitgliedern bei Olympia und Paralympics in Tokio genannt. Einer DOSB-Umfrage zufolge seien bereits etwa 13 Prozent davon geimpft, sieben Prozent lehnten eine Impfung ab.

(dpa)

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