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Steinmeier: Junge Generation bestens für Nach-Corona-Zeit gewappnet

10:25
12.04.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in der Corona-Krise mehr Solidarität mit der jungen Generation verlangt und ihr trotz momentan schwieriger Bildungsbedingungen Mut zugesprochen. Diese Generation habe «den Ernstfall erprobt», sagte Steinmeier am Montag in Berlin in einer Rede an die Studierenden in Deutschland zum Beginn des Sommersemesters. Nach der Pandemie werde es nicht mit allen Gewissheiten weitergehen, mit denen man jahrzehntelang gelebt habe. «Wir gehen miteinander ins Offene.» Auch er wisse nicht, wie die Gesellschaft dann aussehen werde. «Aber eines weiß ich: Wenn eine Generation für diese offene Zukunft gewappnet ist, dann Ihre.»

Diese Generation habe durch die Pandemie neben allen Härten im Alltag etwas erfahren, das wie ein Schlüssel für die Zukunft sei: «Sie haben gelernt, wie verletzlich das ist, was wir Individualität nennen, und wie verwundbar wir auch als Gesellschaft sind.»

In seiner Rede in der Staatsbibliothek sagte Steinmeier, die Träume, Hoffnungen und Wünsche junger Menschen verzögerten sich immer weiter. «Aber eines weiß ich sicher: Unsere Unternehmen, unsere öffentlichen Verwaltungen, unsere Schulen und Universitäten, unsere Krankenhäuser brauchen Sie – und das nicht nur, weil die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Sie werden gebraucht gerade wegen der Erfahrungen, die Sie aus dieser Krise mitbringen. Wir brauchen Sie! Unser Land braucht Sie!»

Der Bundespräsident betonte, die jungen Menschen hätten in der Pandemie enorme Solidarität gezeigt mit den Älteren und besonders Gefährdeten. «Jetzt ist es umgekehrt auch an uns, den Älteren, Solidarität mit Ihnen zu zeigen! Die Gesellschaft darf nicht darüber hinwegsehen, wie die junge Generation aus dieser Jahrhundertkrise hervorgeht.» Bildung gehörte auch in der Pandemie ganz oben auf die Tagesordnung. «Wenn das nicht gewährleistet ist, dann macht das nicht nur die Gegenwart für junge Menschen besonders schwer, sondern das ist auch kein gutes Omen für die Zukunft.»

Steinmeier betonte, die Pandemie habe gravierende soziale und ökonomische Folgen für viele Studierende, insbesondere für jene, die es schwer hätten, überhaupt zu studieren. «All jenen Studentinnen und Studenten, die durch die Pandemie in eine Notlage geraten sind, muss schneller geholfen werden – und unbürokratischer.» Das forderten auch die Studentenwerke. Gut sei, dass der Bund die Überbrückungshilfen für das Sommersemester 2021 verlängert habe.

Die Pandemie treffe die Jungen besonders hart, sagte Steinmeier. «In der falschen Erwartung, diese Pandemie schnell hinter uns zu lassen, hatten wir als Gesellschaft vielleicht zu wenig im Blick, was dieser harte und tiefe Einschnitt, dieses Ausgebremstsein für junge Menschen bedeutet, die voller Lust und Energie am Anfang ihres Lebens stehen, am Fuße der Treppe sozusagen.»

(dpa)

Forscher: Arbeitswelt bei Corona-Eindämmung mehr in Blick nehmen

10:23
12.04.2021
Für eine bessere Eindämmung des Coronavirus sprechen sich Berliner Mobilitätsforscher für mehr Infektionsschutz auch in der Arbeitswelt aus. «Im Bereich Arbeit wird unserer Meinung nach immer noch viel zu wenig gemacht», sagte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik der TU Berlin, Kai Nagel, am Montag dem RBB-Sender Radioeins. Für Mehrpersonenbüros etwa müsse gelten, dass man dort nur mit gültigem Schnelltest oder nach Corona-Impfung sitzen dürfe - oder alle müssten FFP2-Maske tragen.

Für die Schulen gebe es im Vergleich relativ viele Maßnahmen, sagte Nagel. «Vielleicht sogar manchmal ein bisschen mehr als man machen müsste.» In einer schriftlichen Stellungnahme spricht sich die Gruppe um den TU-Professor für eine weitgehende Eindämmung von Infektionen in allen Bereichen aus. Dies sei «wesentlich effizienter» als Infektionen in nur manchen Bereichen komplett zu unterdrücken, etwa durch Schließungen.

Nach den TU-Modellierungen sind vor allem ungeschützte Kontakte in Innenräumen ein Problem in der Pandemie. In der Debatte um nächtliche Ausgangssperren rieten die Wissenschaftler daher, Aufenthalte im Freien im öffentlichen Raum allein oder mit maximal einer weiteren Person nicht zu verbieten - «um die Akzeptanz der Regelung in der Bevölkerung zu sichern». Das Team empfiehlt, die Berliner Regelung zu übernehmen, wonach zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr im Privaten keine Treffen mit Menschen aus anderen Haushalten erlaubt sind.

Anhand ihrer Modellierungen befürchten die TU-Forscher, dass die Belastung der Intensivstationen «bei nahezu jeder durchgerechneten Kombination» höher ausfallen werde als Anfang Januar. Damals waren dort mehr als 5700 Covid-19-Patienten in Behandlung, ein Höchststand. Als «sehr gut wirksam» schätzen die Wissenschaftler ein fast vollständiges Verbot privater Besuche ein. Nur diese Maßnahme senke die Infektionszahlen innerhalb von drei Wochen sehr deutlich.

(dpa)

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