Letztes Update:
20210414121032

Laschet für Neufassung des Infektionsschutzgesetzes

17:01
09.04.2021
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) befürwortet eine Vereinheitlichung der Corona-Regeln in Deutschland durch eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. «Die Landesregierung bringt sich konstruktiv in die Beratungen für eine bundesgesetzliche Regelung notwendiger Maßnahmen zum Infektionsschutz ein», sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Samstag). Laschet habe «bereits zu Beginn der Woche auf den dringenden Handlungsbedarf in der Pandemiebekämpfung hingewiesen und für ein schnelles, bundeseinheitliches Vorgehen der Länder geworben», erklärte der Sprecher der Staatskanzlei weiter.

Die Einschätzung der Lage auf den Intensivstationen und die Entwicklung des Infektionsgeschehens sei auch Grundlage der Entscheidungen der Landesregierung in dieser Woche, etwa zum Schulbetrieb gewesen, hieß es. Mit Ausnahme der Abschlussklassen beginnt der Unterricht nach den Osterferien in Nordrhein-Westfalen am Montag wieder als Homeschooling - zunächst für eine Woche.

Für den Vorstoß eines «Brücken-Lockdowns» bis zu einer höheren Zahl an Geimpften hatte Laschet besonders von SPD-geführten Bundesländern Ablehnung erfahren. Die Länder hätten mit der Notbremse ein Mittel, um auf steigende Zahlen zu reagieren, hielten ihm Kritiker entgegen.

Die vor Ostern vereinbarte nächste Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder fällt aus. Stattdessen soll im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachgeschärft werden, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin mitteilte. Ziel sei es, bundesweit einheitliche Regelungen für Regionen mit hohen Infektionszahlen zu schaffen. Die Änderung solle schon in der kommenden Woche vom Kabinett beschlossen werden. Dessen Sitzung werde von Mittwoch auf Dienstag vorgezogen.

(dpa)

Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten mit weiterem deutlichem Anstieg

17:00
09.04.2021
Während Bund und Länder im Eiltempo das Infektionsschutzgesetz nachschärfen wollen, steigt die Belastung mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg erneut deutlich. Die Zahl der bestätigten Fälle binnen sieben Tagen legte nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Donnerstag (Stand 16.00 Uhr) ein weiteres Mal sehr deutlich zu. Den Daten der Stuttgarter Behörde zufolge registrierten die Gesundheitsämter im Südwesten im Laufe der vergangenen sieben Tage 120,2 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner.

Am Donnerstag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 109,3 gelegen, am Montag dagegen bei 116,8. Hintergrund für den kurzen Rückgang dürften weniger Tests über die Osterfeiertage gewesen sein.

Die Schwelle von 100 Neuinfektionen überschreiten mittlerweile 35 der 44 Stadt- und Landkreise. Am höchsten bleibt der Wert im Landkreis Schwäbisch Hall mit 271,9, am niedrigsten in der Stadt Heidelberg mit 61,3.

Die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 3314 auf 384 086. 8900 Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit. Das waren 32 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 341 966 Infizierte (plus 1962).

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 45 279 Fälle mit Hinweisen auf «besorgniserregende Varianten» übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren. Ihr Anteil liegt im Südwesten den Angaben zufolge inzwischen bei mehr als 90 Prozent.

Nur noch 10 Prozent der 2425 betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung zufolge im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden auch nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen.

(dpa/lsw)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen