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Wirtschaftssenatorin Pop plädiert für neue Wege beim Impfen

09:19
09.04.2021
Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop hat dafür plädiert, über neue Wege bei den Corona-Impfungen nachzudenken. «Wir müssen darüber reden, ob wir mit den Vorräten für die Zweitimpfung nicht Erstimpfungen machen», sagte die Grünen-Politikerin dem «Tagesspiegel» (Freitag). «Es gibt ja die Diskussion, dass Jüngere durch ihre höhere Mobilität stärker dazu beitragen, dass sich das Virus verbreitet. Man sieht das an den Inzidenzen in den Alterskohorten. Es wäre zu überlegen, auch diesen Gruppen Impfangebote zu machen», sagte Pop.

«Die Frage ist, ob wir in Deutschland die Kraft haben, die Impfstrategie nochmal anders aufzustellen: Die wirklich vulnerablen Gruppen über 70 haben nun Impfangebote. Wir sollten jetzt nicht mehr als nötig bürokratisch priorisieren, sondern uns breiter aufstellen.»

Pop sprach sich außerdem dafür aus, dass Menschen, die bereits zweimal geimpft wurden, deutlich mehr Freiheiten erhalten sollten. «Es geht nicht um Privilegien, sondern um die Freiheitsrechte jedes Einzelnen. Das ist der Normalzustand, über den wir hier sprechen, kein Sonderrecht», betonte die Wirtschaftssenatorin. «Natürlich erscheint das erstmal ungerecht für alle, die noch nicht geimpft sind. Aber was hilft es mir persönlich, wenn die Geimpften die gleichen Einschränkungen haben, die ich selbst habe? Warum sollen die vielen älteren Geimpften nicht ihr Leben wieder genießen können?»

(dpa)

RKI-Chef: Regionale Lockerungen bei hohen Inzidenzen «bedenklich»

09:19
09.04.2021
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat regionale Lockerungen der Maßnahmen in der Corona-Pandemie trotz hoher Fallzahlen kritisiert. «In einigen Regionen wird aktuell bei Sieben-Tage-Inzidenzen um 100 gelockert», sagte Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Angesichts der sich zuspitzenden Lage in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen sei das «bedenklich - zumindest solange wirksame zusätzliche Konzepte der Pandemie-Eindämmung fehlen».

Wieler sagte in Richtung der Bürger: «Denken Sie daran: Unter diesen Umständen bedeuten Lockerungen nicht, dass die Menschen nun einem niedrigeren Infektionsrisiko ausgesetzt sind.» Es bedeute vielmehr, dass die Verantwortungsträger die Verantwortung der Pandemiebewältigung an den Einzelnen abgäben. «Umso wichtiger ist es, dass wir uns alle schützen.» Wieler sagte zunächst nicht, auf welche Regionen sich seine Kritik bezieht.

(dpa)

Niederlande: Astrazeneca nur für Personen über 60

09:18
09.04.2021
Die Niederlande werden weiterhin Personen jünger als 60 Jahre nicht mit dem Astrazeneca-Präparat impfen. Das entschied Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Donnerstagabend in Den Haag. Damit weicht er von einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) ab, die sich am Mittwoch weiterhin für eine uneingeschränkte Nutzung des Impfstoffes ausgesprochen hatte. Grund sind seltene Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen nach einer Astrazeneca-Impfung. Das Land hatte bereits vor der EMA-Entscheidung die Nutzung des Impfstoffes eingeschränkt.

Der Minister betonte zwar, dass diese Hirnthrombosen sehr selten aufträten und vor allem bei Menschen jünger als 60 Jahre. «Die Sicherheit des Vakzins muss aber über jeden Zweifel erhaben sein», sagte de Jonge. In den Niederlanden waren nach rund 400 000 Impfungen acht Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet worden, darunter ein Todesfall. Der Impfstoff sei aber «gut und sicher» für Ältere, sagte de Jonge. Für sie sei das Risiko, an Covid-19 zu sterben, sehr viel höher.

Der Minister rechnet nicht damit, dass die Impfplanung in Verzug gerät. Anfang Juli sollen alle Bürger, die es wünschen, zumindest die erste Dosis eines Impfstoffes erhalten haben. Die Kritik am Gesundheitsminister wegen schleppender Impfungen ist jedoch sehr groß. Bisher haben gut zwei Millionen Personen zumindest eine Dosis erhalten.

(dpa)

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