Letztes Update:
20210312154201

Corona-Problem in Coburg: Einwohnerzahl beeinflusst Inzidenz

14:59
12.03.2021
Je weniger Einwohner, desto gravierender wirkt sich ein Corona-Fall auf den Sieben-Tages-Wert aus. Ein Änderungsvorschlag von Stadt und Landkreis Coburg findet aber in München kein Gehör.

Seit Anfang der Woche gibt es Lockerungen beim Lockdown. Die Inzidenz entscheidet, ob etwa Schulen und Kitas offen bleiben können. Allerdings: Je weniger Einwohner ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt hat, desto stärker wirkt sich ein Corona-Fall auf die Inzidenz aus.

Bei der Stadt Coburg mit 41000 Einwohnern erhöht jeder Fall die Inzidenz um 2,4 Punkte, beim Landkreis Coburg mit knapp 87000 Einwohnern nur um 1,1 und beim Landkreis Bamberg mit knapp 150000 Einwohnern sogar nur um 0,6 Punkte. Werden in Coburg 20 Fälle registriert, bedeutet das fast 50 Punkte bei der Inzidenz, beim Landkreis Coburg 22 und im Raum Bamberg lediglich 12 Punkte. Der Landkreis Lichtenfels mit seinen 66000 Einwohnern, bei dem jeder Fall ein Plus von 1,5 Punkten bedeutet, hat darauf reagiert. So blieben im Raum Lichtenfels die Schulen Anfang März geöffnet, obwohl der Inzidenzwert knapp über 100 lag. „Wir sind ein kleiner Landkreis, wo wenige Neuinfektionen einen großen Einfluss auf die Inzidenz haben. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, geöffnet zu lassen“, hatte der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner argumentiert.

Unterdessen hatte der Neustadter Oberbürgermeister Frank Rebhan vorgeschlagen, Stadt Coburg und Landkreis gemeinsam zu bewerten. „Coburg liegt mitten im Landkreis“, argumentierte er, „ da sei es mit Blick nicht nur auf Schulen sinnvoll, unterschiedliche Berechnungen zu überdenken.“ Laut Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landkreises Coburg, ist dieses Ansinnen von der Staatsregierung abgelehnt worden. „Die Regierung hat auf die Anfrage der Bildungsregion Coburg Stadt und Land nun mitgeteilt, dass eine Sonderregelung für Bildungsregionen hinsichtlich einer von der Sieben-Tage-Inzidenz abhängigen Schulorganisation nicht möglich sei“, sagte Rösler am Freitag auf Anfrage der Neuen Presse.

Martin Fleischmann