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CSB will Testzentrum in Coburg

12:19
12.03.2021
Die Stadtratsfraktion greift eine Aktion anderer Städte auf. Davon könnten Bürgerinnen und Bürger profitieren.

Coburg - Im Rachen kratzt es, die Nase läuft. Um diese Jahreszeit ist das nicht ungewöhnlich. Vor allem nicht bei Kindern. Im ersten Kita-Winter machen viele von ihnen zehn bis fünfzehn Infekte durch, im zweiten sind es immer noch fünf bis zehn. Das ist normalerweise für Eltern kein Grund zur Sorge. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist vieles anders. Viele Mütter und Väter sind verunsichert: Darf ich mein Kind mit leichten Erkältungssymptomen in die Schule oder Kita schicken – oder muss es daheimbleiben, und müssen sie kurzfristig eine Betreuung organisieren?

Ein Beispiel dafür, warum Corona-Schnelltests, deren Ergebnis schon nach einer Viertelstunde vorliegen kann, Sinn machen. Die CSB-Stadtratsfraktion greift das jetzt auf. In deren Namen beantragen Fraktionsvorsitzender Christian Müller und sein Stellvertreter Gerhard Amend, dass die Coburger Stadtverwaltung ein Testzentrum für antigene Schnelltests errichtet und betreibt, in dem sich jeder kostenlos testen lassen kann.

In der Begründung verweisen Müller und Amend auf den Beschluss der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, den Lockdown zu lockern und die Pandemie durch rascheres Impfen, wobei auch die Hausärzte einbezogen werden sollen, und Schnelltests zu bekämpfen. So müssten beispielsweise Schülerinnen und Schüler ab dem 15. Lebensjahr einmal wöchentlich einen negativen Test vorlegen, wenn sie den Präsenzunterricht besuchen wollen. Kulturveranstaltungen wie im Theater könnten künftig nur besucht werden, wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer für den Tag der Veranstaltung einen negativen Schnelltest vorweisen könnten. Die Gastronomie könne nach Überzeugung der CSB-Stadträte nur geöffnet werden, wenn Gäste entweder geimpft sind oder einen negativen Schnelltest vorlegen.

Durch eine Vielzahl von Schnelltests könne bereits in Fällen, in denen Zeichen einer Erkrankung noch nicht erkennbar sind, aber Vorsorge wie beispielsweise Quarantäne getroffen wird, eine Übertragung des Virus verhindert werden. Dies belegten Erfahrungen in den Städten Tübingen und Rostock, in denen sich der Inzidenzwert – die Zahl der Erkrankungen, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen – langfristig im Bereich von 30 bewegt. Ein breiter Einsatz von Schnelltests werde nach dem Ergebnis einer Studie der Technischen Universität Berlin für alle Personen mit Freizeit-, Bildungs- oder Arbeitsaktivitäten empfohlen.

In einem Schnelltestzentrum, wie es die CSB-Stadtratsfraktion fordert, sei nicht der Einsatz von medizinischem Personal erforderlich, es reichten Personen mit einer entsprechenden Schulung aus. Sie könnten aus den Beschäftigten der Stadtverwaltung und den Eigenbetrieben der Stadt Coburg – CEB, Städtische Wohnbau, Städtische Werke – rekrutiert werden. „Angesichts der finanziellen Situation der Stadt Coburg sind entsprechende Mittel vorhanden“, betonen Christian Müller und Gerhard Amend. Als zentraler Ort für das Testzentrum schlagen sie den Schlossplatz vor. Und grundsätzlich betonen sie, „dass die Errichtung eines Testzentrums für die Vermeidung von Ansteckung und dadurch eine Rückkehr zu einem gesellschaftlichen Leben in unserer Stadt von Bedeutung ist.“

Wolfgang Braunschmidt