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20210709055947

Intensivmediziner: Maskentragen bleibt notwendig

04:03
09.07.2021
Intensivmediziner fordern ein Festhalten an der Maskenpflicht, bis 85 Prozent der Erwachsenen geimpft sind. «Solange eine Impfquote von 85 Prozent unter den Erwachsenen nicht erreicht ist, sollten wir auf weitere Lockerungen verzichten und an der Maskenpflicht festhalten», sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Andernfalls bestehe im Herbst die Gefahr einer «vierten Welle».

Der Intensivmediziner bezog sich damit auf Sorgen vor der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus, die mittlerweile auch in Deutschland dominiert. Marx sagte: «Erst mit einer Impfquote von 85 Prozent bei den über 18-Jährigen werden wir die Pandemie für beendet erklären können.» Bis dahin müsse man weiterhin viel testen, Infektionsketten verfolgen und Hygieneregeln einhalten. Dazu gehöre «mindestens das Tragen von OP-Masken in allen Innenräumen», auch in den Schulen.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Knapp 58 Prozent haben mindestens eine Spritze bekommen.

Holetschek verteidigt Bayern-Regeln bei Zuschauer-Rückkehr

15:19
08.07.2021
Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat den Sonderweg des Freistaats bei der Zuschauer-Rückkehr in die Fußball-Stadien verteidigt. Zur neuen Saison dürfen die Vereine in Bayern ihre Stadien zu 35 Prozent auslasten. Maximal sind 20.000 Fans erlaubt - das betrifft ohnehin nur den FC Bayern. In anderen Teilen Deutschlands sind bis zu 50 Prozent Auslastung und maximal 25.000 Zuschauer in den Arenen erlaubt. Bayerns Entscheidung sei "ein abgewogener erster Schritt hin zu mehr Normalität, der aber weiterhin nur unter der Überschrift "Umsicht und Vorsicht" umgesetzt werden kann", sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Tags zuvor hatte Oliver Kahn, der Vorstandschef des FC Bayern, die Frage aufgeworfen, warum "eine Art Ungleichbehandlung" bei den Regeln stattfinde. Der Rekordmeister sei im ständigen Austausch mit den Behörden. Holetschek betonte: "Wir dürfen uns nichts vormachen. Delta ist auf dem Vormarsch, und Corona ist noch nicht besiegt."

Der CSU-Politiker erinnerte an die vier EM-Partien in München, die "ein guter Modellversuch" gewesen seien. "Da war noch Luft nach oben, insbesondere bei der Masken-Disziplin." Anhand der Daten werde nun ermittelt, "ob und wenn ja wie stark Stadionbesuche und das Public Viewing zu einem Anstieg der Infektionen beigetragen haben. Die Auswertung der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da das Coronavirus eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen hat", sagte er.