Letztes Update:
20210708152019

Prozess um mangelhafte Masken: "kreative Lösungen" gesucht

13:52
08.07.2021
Mit einem eindringlichen Appell für eine gütliche Einigung ist am Donnerstag vor dem Landgericht München II ein Prozess um mangelhafte FFP2-Masken vertagt worden. Eine hessische Firma fordert dort von ihrem oberbayerischen Handelspartner die Rückabwicklung des Kaufvertrages. Letztlich geht es dabei noch um 1,8 Millionen Euro, die gegen Rückgabe von gut 763.000 unverkäuflichen Exemplaren fließen sollen (Az: 2HKO 2994/20).

Doch bei der Gegenseite sei nach der Liquidation der Firma kaum noch etwas zu holen, machte die Richterin deutlich. Noch dazu sei das Gericht unschlüssig, wie eine schriftliche Vereinbarung, wonach sämtliche Forderungen abgegolten seien, auszulegen sei. Sie legte den beiden Parteien deshalb bis zum nächsten Verhandlungstermin im Dezember "kreative Lösungen" wie den Abtritt der Forderungen gegenüber dem chinesischen Hersteller oder kostenlose Nachlieferungen durch denselben nahe.

Das Geschäft zwischen den beiden deutschen Unternehmen über insgesamt rund 850.000 Masken für knapp 2,3 Millionen Euro war im April vorigen Jahres abgeschlossen worden, als auf dem Markt Wildwestmethoden herrschten. Am ersten Verhandlungstag schilderten die Beklagten anschaulich, unter welchen Umständen solche Deals damals in China eingefädelt wurden, und welche Folgen die Pandemie bis hin zum händischen Entladen des Flugzeuges auf die Lieferung hatte.

Corona in erster Pandemiewelle dritthäufigste Todesursache

13:51
08.07.2021
Die Corona-Erkrankung Covid-19 war laut dem bayerischen Landesamt für Statistik während der ersten Pandemiewelle 2020 die dritthäufigste Todesursache in Bayern. In 2236 Fällen und damit bei fast sechs Prozent der von März bis Juni 2020 Gestorbenen sei Covid-19 als Grundleiden oder als Begleiterkrankung nachgewiesen worden, teilte das Landesamt am Donnerstag in Fürth mit.

Weitere 369 Menschen seien mit der Covid-19-Erkrankung verstorben - sie waren also infiziert, Corona war aber nicht die Hauptursache für den Tod. Damit ist nach Angaben der Statistiker erstmals eine Unterscheidung der Fälle möglich, die tatsächlich an dem Virus verstorben sind und denen, die zwar den Virus in sich trugen, aber einer anderen Erkrankung erlagen.

Allein im April 2020 sei bei 1581 Menschen Covid-19 als Todesursache identifiziert worden - das waren über zwölf Prozent der Verstorbenen in diesem Monat. Noch häufiger starben Menschen an Verengung der Herzkranzgefäße und an Demenz. Der Herzinfarkt als Todesursache kam im April 2020 noch hinter Corona.