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Studie zu Pollenflug und Coronavirus verunsichert Patienten

17:49
10.03.2021
Die Pollensaison beginnt, die Corona-Zahlen steigen - nun sorgt eine Studie über ein mögliches höheres Infektions-Risiko durch Pollen für Aufmerksamkeit. Allergologen mahnen, nicht in Panik zu geraten.

München - Eine Studie über eine mögliche Erhöhung des Corona-Risikos bei starkem Pollenflug führt bei bestimmten Patienten zu Verunsicherung. Verbände und Einrichtungen berichteten am Mittwoch über viele Anfragen insbesondere von Asthmatikern.

   

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) teilte mit, es habe besorgte Anfragen von Menschen gegeben, die an einem Heuschnupfen oder Asthma leiden. "Allergiker und Nichtallergiker sollten keine Sorgen oder gar Ängste entwickeln, durch den Kontakt mit Pollen in der Außenluft bevorzugt eine Infektion mit Coronaviren zu erleiden", erläuterte die Stiftung.

Telefone und Video-Sprechstunden bei den deutschen Allergologen liefen heiß, seit über die Studie berichtet wurde, sagte der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, Ludger Klimek. "Ich glaube nicht, dass die Studie für die Allgemeinbevölkerung eine Aussage über ein erhöhtes Corona-Risiko bei Pollenflug zulässt." Bei Pollenallergikern mit geschädigten Schleimhäuten könne das Infektionsrisiko erhöht sein. Bei gut behandelten Allergikern sei dies aber nicht der Fall.

Die in der internationalen Studie unter Leitung von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München vorgelegten Daten klängen zunächst überzeugend und höchst beunruhigend, sagte Klimek. Die Pollen seien in der im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS") veröffentlichten Studie aber nur einer von vielen möglichen Einflussfaktoren auf das Infektionsgeschehen.

Die Forscher hatten Daten zu Pollen und Infektionsraten aus 130 Regionen in 31 Ländern im Frühjahr 2020 analysiert. An Orten ohne Lockdown-Regelungen stieg die Infektionsrate im Schnitt um vier Prozent, wenn sich die Anzahl der Pollen in der Luft um 100 pro Kubikmeter erhöhte. Die täglichen Infektionsraten korrelierten mit der Pollenzahl in Ländern mit und ohne Lockdown.